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SPOT Festival in Dänemark: Meine 12 Highlights!

Spot Festival in Aarhus / Dänemark

Das SPOT Festival ist zur wichtigsten Adresse für skandinavische Newcomer-Acts geworden. Newcomer und neue, aufstrebende Talente der skandinavischen Musikszene treffen sich alljährlich im dänischen Aarhus. Als „Showcase“-Festival haben junge Bands hier die Möglichkeit, sich dem internationalen Musik-Business und der Presse vorzustellen. Und das SPOT Festival hat sich zu einem Top-Tipp für Musikfans gemausert, die neue Bands entdecken und auch mal über den Genre-Tellerrand hinausschauen wollen. Denn das Programm ist bunt gemischt, von Folk über Indie-Pop, Elektro, Soul oder Metal.

Die Konzerte finden in verschiedenen Clubs, dem Musikhaus mit seinen Konzertsälen oder dem Scandinavian Center statt. Die Locations liegen nah beieinander, die Wege sind kurz. So kann man problemlos von Show zu Show wandern.

205 Konzerte fanden beim SPOT Festival 2015 statt. Anfang Mai war ich vor Ort mit dabei und habe mir einige Live-Konzerte angeschaut. Da fällt die Auswahl schwer, auch wenn ich mich im Vorfeld durch zig Videos und Soundcloud Schnipsel durchgehört habe. Und bestimmt habe ich dennoch viele tolle Bands verpasst. Doch meine Highlights – zumindest von den Bands, die ich gesehen habe – möchte ich hier vorstellen. Hör doch mal rein!

Übrigens: Intro und Festivalguide bieten ein Festivalpaket für das SPOT Festival an – zum Kauf eines Festivaltickets für 99 EUR gibt es die Anreise per Festivalbus von Berlin oder Hamburg nach Aarhus dazu. Also gleich mal für nächstes Jahr vormerken und das SPOT Festival in Deine Festivalplanung aufnehmen…

SPOT Festival

Vor dem Musikhuset lässt es sich gut in der Sonne entspannen.

SPOT Festival

Gegenüber dem Musikhuset sind Dome und Tak Rock Scenen aufgebaut.

Spot Festival

Chillen vor dem „Musikhuset“ bevor es zur nächsten Band in einem der vielen Säle des Aarhuser Konzerthauses geht.

SPOT Festival

Relaxte Stimmung auch am Abend: Die Wege zwischen den verschiedenen Locations des SPOT Festivals sind kurz.

ARoS Kunstmuseum

Zwischen den Festival-Locations liegt eines der Wahrzeichen von Aarhus, das Kunstmuseum ARoS.

SPOT Festival: ATLAS und VOXHALL

Direkt nebeneinander liegen die Clubs ATLAS und VOXHALL.

SPOT Festival

Chillen am Flüsschen Aarhus Å mit Blick auf ARoS Kunstmuseum.

SPOT Festival

SPOT Festival: Zwischen den Konzerten kann man am Wasser relaxen. Das Flüsschen Aarhus Å fließt direkt durchs Zentrum.

Meine 12 Highlights beim SPOT Festival

#1: Sigurvin Sigurdsson

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Ich bin spät dran, irgendwie habe ich die Zeit in meinem Ferienhäuschen verbummelt. Und nachdem ich direkt vor der Tür des Scandinavian Centers geparkt habe (teuer, aber sehr praktisch), begrüßt mich eine lange Schlange an der Bändchenausgabe, die sich quer durch’s SCC zieht. Ich habe schon die Befürchtung, dass ich es nicht mehr rechtzeitig zum Konzertbeginn schaffe. Doch es geht überraschend schnell vorwärts, so dass ich gleich ins Radar rübergehen kann. Es ist noch ziemlich leer, die Band spielt sich gerade warm. Und es klingt verdammt gut!

Langsam füllt es sich, was sind die Dänen bloß alle so groß?!? Wo ich eben noch freien Blick auf die Bühne hatte, bin ich nun froh, wenn ich durch eine kleine Lücke durchlinsen kann. Der aus Aalborg stammende Singer / Songwriter mit dem isländischen Namen bezeichnet sich selbst als Underground Troubadour und seine Musik als „Dusty Bodega Folk“. Mit Cello, Percussion und seiner durchdringenden Stimme entfalten die atmosphärischen Folk-Songs ihre Wirkung. Sie kommen von Herzen und gehen ans Herz. Viel zu schnell geht die knappe halbe Stunde vorüber und schon mein erstes Konzert beim SPOT Festival wird zu einem der absoluten Highlights.

Sigurvin Sigurdson

#2: Fay Wildhagen

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Folk Pop mit eingängigen und ehrlichen Lyrics, so die Beschreibung im SPOT Festival-Programm. Wild, nach norwegischen Wäldern und Elfen klingt Fay Wildhagens Stimme. Manchmal zart und leise wie der nordische Wind, der sanft durch die Baumwipfel streicht, gleich darauf kraftvoll und wild wie eine Rentierherde, die über die Tundra galoppiert. Ihre wundervollen Folk Pop Songs kommen beim Publikum an, aus dem norwegischen Talent könnte etwas Großes werden. Kein Wunder, dass Fay Wildhagen im Sommer bei einigen skandinavischen Festivals auftreten wird, auch beim Roskilde Festival wird sie auf der Bühne stehen.

Fay Wildhagen

#3: For Akia

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For Akia habe ich eigentlich gar nicht auf meiner Liste. Doch auf dem Weg zum SCC Parkplatz komme ich am SCC Minor vorbei und was von da nach draußen dringt, klingt gar nicht schlecht. Also mache ich noch einen kleinen Abstecher und schaue mir das Konzert gemütlich von den hinteren Reihen aus an. For Akia’s Musik ist inspiriert von den Beatles und Tame Impala, eingängige Pop-Rock-Songs, durchaus tanzbar. Ein schöner Abschluss für den Freitag Abend des SPOT Festivals bevor ich zurück in mein Ferienhäuschen fahre.

For Akia

#4: Black Horse

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Draussen scheint die Sonne, gemütlich schlendere ich am Samstag Mittag rüber zur VoxHall. Zwischen VoxHall und ATLAS spielt auf der Grünfläche am Flüßchen Aarhus Å eine Band, schöne Hintergrundmusik, um sich die Sonne auf die Nase scheinen zu lassen. Kein Wunder, dass die VoxHall anfangs noch recht leer ist. Das ändert sich schnell, als Black Horse die ersten Takte spielen. Die Kopenhagener machen Rockmusik, auch Country hat seine Finger mit im Spiel. Irgendwie erinnern sie mich ein bißchen an die Kings of Leon in langhaarig und bärtig – und das ist positiv gemeint!

Black Horse

#5: Hymns from Nineveh

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Hymns from Nineveh haben bereits bei verschiedenen skandinavischen Festivals, wie z.B. dem Roskilde Festival, gespielt. Mit einer EP und 3 Alben im Rücken begeistern sie das Publikum schnell für sich, die eingängigen Indie Folk Songs laden zum Mitsingen und Tanzen ein. Und das SPOT Festival lässt sich nicht zweimal bitten.

Hymns From Nineveh

#6: The Entrepreneurs

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Das Konzert von „The Entrepreneurs“ am Freitag war spät angesetzt. Nachdem „The Amazing“ ihren Gig abgesagt haben, wollte ich nicht so lange warten. Umso besser, dass „The Entrepreneurs“ am Samstag nachmittag nochmals draussen auf der „Tak Rock Scenen“ Bühne auftreten. Vor der Open Air Bühne geht es entspannt zu, Sitzgelegenheiten sorgen für Gemütlichkeit. Ist man zu klein geraten (wie ich), kann man auf Paletten stehend über das großgewachsene dänische Publikum hinwegblicken. „Romantic Noise“, so beschreibt die Band ihre Musik. Punkig ist es, unpoliert und rau, dazu eine durchdringende Stimme und eine ansteckende Energie – die besten Zutaten für ein gelungenes Konzert. Unbedingt anhören: „Brutal Summer“!

The Entrepreneurs

The Entrepreneurs

#7: And They Spoke In Anthems

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Arne Leurentop ist eine One-Man-Show. Der Belgier ist 14 Monate als Straßenmusiker durch Australien und Neuseeland gereist. Seine Eindrücke hat er auf seinem Debütalbum „June“ festgehalten, auf dem er fast alle Instrumente selbst eingespielt hat. Es ist faszinierend, wie er auf der Bühne alleine Sounds mit Gitarre, Loop Station, Bass Drum und HiHat erschafft. Auch die Kids in der ersten Reihe lauschen begeistert.

And They Spoke In Anthems

#8: Júníus Meyvant

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Der Saal füllt sich schnell, viele wollen den isländischen Folk Pop Sänger sehen. Standesgemäß im Strickpulli betritt er die Bühne. Seine melodiösen Songs sagt er mit ironischem Understatement an, fast so als könnte er sich gar nicht vorstellen, dass das Publikum wirklich ihn hören will. Doch das will es tatsächlich und singt bei einigen Liedern eifrig mit.

Júníus Meyvant

#9: Alex Vargas

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Eine lange Schlange am Einlaß zum ”Lille Sal” im ”Musikhuset”: Alex Vargas scheint äußerst gefragt zu sein! In Kopenhagen geboren, lebt Alex Vargas seit er 17 ist in London, um dort seine Musikkarriere zu verfolgen. Seine Stimme ist warm, Soul und Blues klingen in den Indie-Pop-Songs mit. Der Gitarrist, der ihn begleitet, scheint sich hinter einem Vorhang aus Haaren zu verstecken. Alex Vargas ist mit ganzer Seele bei der Sache, er wird von den Zuschauern frenetisch gefeiert. Am Schluss gibt es Standing Ovations.

Alex Vargas

#10: Keep Camping

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Keep Camping haben beim SPOT Festival ein Heimspiel, die Band stammt aus Aarhus. Sie spielen Alternative Pop, der dunkel und dennoch optimistisch ist, handgemacht und doch auch elektronisch. Und in den Texten geht es um die großen, existentiellen Fragen. Zu denen darf aber auch getanzt werden! Hoffentlich auch bald mal in Deutschland.

Keep Camping

#11: Wilhelm Tell Me

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Die Hamburger von Wilhelm Tell Me bringen ihren energiegeladenen Indie Pop in den Radar Club. Leider sind die Reihen etwas gelichtet, doch mir und dem anwesenden Publikum gefällt es richtig gut. Schöne Melodien, die klare Stimme des Sängers und tanzbar ist das Ganze auch noch – was will man mehr. Kostenlos werden CD’s im Publikum verteilt, denen hab ich meinen Ohrwurm für die nächsten Tage zu verdanken: „Let me take you away“ läuft in Dauerschleife auf meinem Roadtrip durch Dänemark, und auch der Rest hat Hit-Potenzial.

Wilhelm Tell Me
Zum Abschluss wird es laut: Im RADAR präsentiert das M’era Luna Festival die „Nordic Goth & Industrial Night“. Drei Bands treten gegeneinander an, der Gewinner darf beim M’era Luna auftreten. Den Anfang machen Agent Side Grinder aus Schweden mit ihrem düsteren Industrial Sound und einem Frontmann, der mich an Klaus Kinski erinnert. Es folgt der Gig von Private Pact aus Dänemark, die sich dem New Wave verschrieben haben. Beide Bands liefern sauber ab, doch in meine Highlight-Liste schafft es dann tatsächlich die letzte Band der Nacht:

#12: Black Light Discipline

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Die düster geschminkten Finnen von Black Light Discipline haben das Publikum von der ersten Minute auf ihrer Seite. Sie kombinieren Metal, Industrial und Dance (!) Elemente. Metal zum Abtanzen… Vor der Bühne springen junge Mädels, die mal so gar nicht nach Metal aussehen, wild herum. Auf der Bühne wird geheadbangt was das Zeug hält. Eine Hammer Live Show und eine geile Party! Ein toller Abschluss für ein buntes SPOT Festival quer durch sämtliche Musikrichtungen.

Black Light Discipline

Welche Band nun beim M’era Luna Festival auftreten darf, soll ca. 2 Wochen nach dem SPOT Festival bekannt gegeben werden.

 


Mein Check: Pro & Contra

Mein Check: PRO!

TOLLE NEWCOMER, ENTSPANNTE ATMOSPHÄRE
Eine super Möglichkeit, um neue Bands kennenzulernen. Am Besten Du hörst Dich vorher ein bißchen rein, im Online-Programm zum SPOT Festival werden verschiedene Links dafür angeboten. So weißt Du, welche Bands Dich am meisten interessieren könnten und verpasst nicht Deine neue Lieblingsband.

 

 

Mein Check: CONTRA!ÜBERSCHNEIDUNGEN IM ZEITPLAN
Bei dem vollgepackten Programm kommt es natürlich zu Überschneidungen. Rechne auch die Zeiten ein, um von einer Location zur anderen zu kommen. Bei angesagten Künstlern muss man vielleicht auch mal vor dem Saal anstehen, um reinzukommen.

 

 


 

Dieser Beitrag nimmt an der Blogparade „Feste um die Welt“ von SY Yemanja teil. Daraus soll dann ein weltweiter Festkalender entstehen. In den teilnehmenden Beiträgen erfährst Du mehr über das Fest der Meeresgöttin Yemanja in Brasilien, Alje Parussa in St. Petersburg, Folklorefestivals in Puno und vieles mehr.

 

Warst Du schon mal auf dem SPOT Festival in Dänemark?
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