Griechenland

Griechenland wie aus dem Bilderbuch: Tipps rund um das Insel-Idyll Astypalea

Blick auf Astypalea, die Burg und den Hafen

Nur wenige Touristen aus dem Ausland haben die kleine Insel Astypalea, die zwischen Dodekanes und Kykladen liegt, bisher für sich entdeckt. Noch kommen vor allem Griechen zu Besuch auf dieses weitgehend unbekannte Juwel der Ägäis. Doch wer ein Stück ursprüngliches Griechenland erleben will, ist hier genau richtig. Die schmetterlingsförmige Insel in der südlichen Ägäis ist (noch) ein echter Geheimtipp!

Auf den ersten Blick erscheint die Landschaft der griechischen Insel Astypalea karg, doch sieht man genauer hin, entdeckt man hohe Berge, grüne Täler, einsame Klöster und kleine Kirchen auf dem Land, Höhlen, Fjorde und Dutzende von ursprünglichen Stränden. Über allem hängt betörend der Duft von Kräutern – Oregano, Salbei und Thymian wachsen wild an jeder Ecke.

Asty… – was?

Spricht man von Astypalea, schaut man oft in fragende Gesichter. Kaum einer hat schon mal was von der griechischen Insel gehört. Noch dazu sorgen die verschiedenen Schreibweisen für Verwirrung: Astypalea, Astipalaia, Astipalia oder gar Astropalia. Gemeint ist jedoch das gleiche schöne Fleckchen Erde…

Astypalea – Inselliebe auf den ersten Blick

Astypalea ist eine ganz besondere Insel – sie hat sich schon wenige Stunden nach meiner Ankunft direkt in mein Herz geschlichen. Nämlich genau in dem Moment, als ich am Morgen nach der langen Fährüberfahrt von Athen die blauen Fensterläden meines Appartments öffne. Vor mir liegt friedlich die Bucht von Péra Gialós, dahinter steigen die idyllischen Gassen der Chóra steil an. Hoch oben über dem Meer thront die venezianische Burg und eine Reihe von Windmühlen krönt den Bergrücken. Sie verleihen dem Städtchen sein charakteristisches Aussehen, eine Silhouette, die man aus tausenden heraus sofort wiedererkennt. Ich könnte stundenlang auf dem Balkon meiner Ferienwohnung sitzen und den Anblick in mich aufsaugen. Und je mehr ich von Astypalea sehe, desto mehr verliebe ich mich. Denn die Insel ist eine natürliche Schönheit.

Hotel Ixthioessa in Astypalea

Der Schmetterling der Ägäis

Die Griechen nennen Astypalea auch “Pataloudo” – Schmetterling. Eingebettet zwischen den Kykladen auf der linken Seite und den Inseln des Dodekanes rechter Hand, liegt die Insel da, wie ein Schmetterling, der seine Flügel auf der blau schimmernden Ägäis ausgebreitet hat. Und das ist durchaus wortwörtlich zu verstehen: Denn Astypalea besteht aus zwei Teilen, deren Form einem Schmetterling gleicht. An der engsten Stelle bei Stenós sind seine Flügel durch eine nur 105 m breite Landzunge verbunden. Exo Nisí und Mésa Nisí, also äußere und innere Insel, so heißen die Flügel des Schmetterlings.

Klasse statt Masse

Astypalea ist keine Insel für den typischen Pauschaltouristen – und das ist auch gut so. Die ca. 1.200 Bewohner sind eng mit ihren Traditionen und ihrer Heimat verwurzelt. Kein Wunder, dass Astypalea daher auf sanften, alternativen Tourismus setzt.

Große All-Inclusive-Hotels sucht man zum Glück vergeblich. Stattdessen gibt es meist familiengeführte, liebevoll eingerichtete Boutique Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen, in denen man sich sofort zuhause fühlt. Die meisten bieten einen atemberaubenden Blick auf die Chóra. Für individuell Reisende hat die Schmetterlingsinsel viel zu bieten. Alternativer Tourismus heißt das Stichwort. Aktivitäten wie Wandern, Klettern, Mountain Biking und Wassersportarten wie Tauchen, Windsurfen oder Angeln liegen im Trend.

Warum Dich Astypalea mitten ins Herz trifft

Zum einen ist da die unglaubliche Gastfreundlichkeit – auf Astypalea habe ich mich so willkommen gefühlt wie selten. Es ist das Gefühl anzukommen, sich gleich zu Hause zu fühlen auf dieser kleinen Insel in der Ägäis. Zum anderen ist es die Nähe zur Natur, die Einfachheit – ohne die Hektik des Alltags, wie wir ihn kennen. Die Bewohner von Astypalea scheinen mit ihrem Leben rundum zufrieden zu sein. Und ich glaube, das ist ansteckend!

Außerdem heißt es, die Insel habe eine ganz spezielle Energie. Vielleicht ist auch da etwas Wahres dran – denn sogar nach wenigen Stunden Schlaf (schließlich wird spät gegessen und viel getrunken, wo ein paar Leute zusammenkommen, ist gleich ein Fest…) fühle ich mich erstaunlich erholt. Ich habe das Gefühl, mich besser konzentrieren zu können und mehr bei mir zu sein. Deshalb schlägt mein Herz automatisch ein bisschen schneller, wenn ich an meine Reise nach Astypalea zurückdenke…

Sehenswürdigkeiten & Aktivitäten auf Astypalea

Die schönsten Strände von Astypalea

Was wäre ein Griechenland-Urlaub ohne Strand? Sogar als ich Ende April auf Astypalea bin, kann man schon baden. Das Meer ist kühl, aber nicht kalt, so dass ich es mir nicht nehmen lasse, schwimmen zu gehen. Astypalea bietet Dutzende von schönen Stränden. An einigen findet man die ein oder andere Taverne, viele abgelegene Strände sind aber einsame Buchten, die man mit etwas Glück sogar für sich alleine hat. Zentral gelegen und zu Fuß zu erreichen ist der Strand von Péra Gialós. Auch der Tamarisken gesäumte Strand von Livadi ist von der Chóra aus mit einem Spaziergang anzusteuern – allerdings ist der Rückweg mit seinem steilen Aufstieg etwas beschwerlich.

Die meisten Strände sind am besten mit dem Mietwagen oder einem Roller zu erreichen. Im Sommer gibt es auch eine Buslinie, die einige der Strände ansteuert. Beliebt ist der Plákes Strand in der Nähe von Stenós, der engen Landzunge, die die beiden Schmetterlingsflügel der Insel miteinander verbindet. Auch Stenós selbst ist von zwei Stränden umsäumt. Weitere schöne Strände findet man im Fischerdorf Maltezána oder in Vátses. Mein Favorit ist der Strand von Agios Konstantinos mit der gleichnamigen kleinen Kirche. Von diesem Kiesstrand mit seinem kristallklaren Wasser und den Schattenplätzchen unter Tamarisken hat man einen fantastischen Blick auf die Chóra. Im Sommer sind eine Beach Bar und eine schöne Taverne in Betrieb.

Die Chóra, das fotogene Herz von Astypalea

Wie auf vielen griechischen Inseln gliedert sich der Hauptort von Astypalea in den Hafenbezirk Skala und die Oberstadt Chóra, die das Herz der Insel ist. Der Dorfplatz mit den acht Windmühlen ist der Mittelpunkt des Insellebens. Von hier aus schlängelt sich das Labyrinth der steilen schneeweißen Gassen und Treppen den Hügel hinauf bis zur Festung. Ein Fotomotiv reiht sich an das nächste.

Unterhalb der Chóra liegt der Stadtteil Péra Gialós. Ein kleiner Kiesstrand lädt zum Baden ein, Bäume spenden Schatten und in den Tavernen duftet es verlockend nach griechischen Leckereien. Immer mit dabei – ein atemberaubenden Ausblick auf das Meer und die darüber thronende Festung.

Die Burg von Astypalea

Die Geschichte von Astypalea ist wie die vieler anderer griechischer Inseln bewegt: In früheren Zeiten gaben sich die Eroberer und Plünderer die Klinke in die Hand. Zur Verteidigung gegen die Eindringlinge wurden Burgen und Festungen errichtet: Hoch oben am Berg, 130 Meter über dem Meer, thront die Festung von Astypalea und verleiht der Insel ihr unvergleichliches Gesicht. Was man heute dort oben sieht, sind die Überreste einer venezianischen Burg, erbaut im Jahr 1413 von der Querini Familie. Doch darunter befinden sich noch deutlich ältere Ruinen: Laut Archäologen stammen Überreste sogar aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. Was bedeuten würde, dass die Venezianer ihre Festung auf den Mauern einer byzantinischen Burg erbauten, die wiederum auf den Überresten einer römischen Festung entstand!

Noch bis 1948 war die Festung bewohnt, zu ihrer Blütezeit sollen auf diesem begrenzten Raum über 1.000 Menschen gewohnt haben. Um diese auf dem wenigen verfügbaren Platz zu beherbergen, wurde bis zu drei Stockwerke in die Höhe gebaut. Eng an eng standen die kleinen Häuser. Zwei Verteidigungstürme sollten die Bewohner schützen. Einer davon steht direkt oberhalb des Portaítissa Klosters und wird Sarái genannt. Diesen Namen verdankt der Turm seiner Geschichte: Er beherbergte den ottomanischen Befehlshaber während der türkischen Besatzung. Der zweite Turm befindet sich am Tor der Festung und ist Teil des Komplexes der Panagia-Kirche.

Rundgang durch die Festung

Die Festung von Astypalea solltest Du Dir unbedingt anschauen – und vor allem die Aussicht von dort genießen. Der Aufstieg durch die steilen Gassen der Chorá ist schweißtreibend. Es gibt nur ein einziges enges Eingangstor, durch ein Gewölbe betritt man die Festung. Darüber erhebt sich die Kirche Panagia of the Castle mit ihrer weithin sichtbaren hellblau leuchtenden Kuppel. Südlich davon liegt die zweite Kirche Agios Georgios, deren Kuppel dunkelblau erstrahlt. Gut erhalten sind lediglich die beiden Kirchen und einige weitere Gebäude, doch der Rest liegt in Trümmern. Nicht zuletzt wegen eines großen Erdbebens im Jahr 1956, sondern auch weil die Baustoffe der alten Häuser genutzt wurden, um neue zu bauen.

Die Windmühlen und der Dorfplatz von Astypalea

Mindestens genauso charakteristisch für Astypalea wie die Festung sind die acht Windmühlen. Auf dem Sattel zwischen den beiden Bergen der Chora gelegen, konnten sie die Kraft des Windes optimal nutzen, um Getreide zu mahlen. Sie wurden restauriert, ihre Mauern erstrahlen frisch geweißelt, die Dächer leuchten in tiefem Dunkelrot. Acht Windmühlen stehen dort und markieren gleichzeitig auch den zentralen Platz Astypaleas, an dem sich das Leben abspielt. Hier findest Du Restaurants, Bars, Cafés und kleine Geschäfte. In der letzten Mühle ist sogar ein kleiner Supermarkt untergebracht, in einer anderen findest Du eine Bücherei.

Mein Lieblingsplatz: Der Aussichtspunkt bei der alten Mühle

Auf einem Bergrücken gegenüber der Chóra liegt die alte Windmühle Paliómylos. Über eine Schotterpiste fahre ich mit dem Mietwagen die Serpentinen hinauf, auf einer Seite der Abgrund. Steine spritzen mit einem lauten „Plopp!“ zur Seite. Gut, dass es hier nur selten Gegenverkehr gibt!

Als ich bei der alten Mühle aus dem Auto steige, zerrt der Wind an meinen Haaren, es ist richtig frisch. Was für ein einmaliger Ausblick auf die Chóra! Winzig klein liegen die Windmühlen mit ihren roten Dächern unter mir. Auf der anderen Seite breitet sich die zerklüftete Küstenlinie von Astypalea vor mir aus. Das Meer ist tiefblau, unzählige Buchten und Inseln erinnern an eine Fjordlandschaft. Hinter mir höre ich Glöckchen leise klingeln: Am Berghang suchen Ziegen nach Futter. Und werden fündig bei den wilden Kräutern, deren Duft auch hier oben allgegenwärtig ist. Auch das Osterfeuerwerk, bei dem Ober- und Unterdorf miteinander um das schönere Feuerwerk wetteifern, schaue ich mir von der alten Windmühle aus an. Fast 20 Minuten lang erhellen die Feuerwerkskörper die Nacht, dazu trägt der Wind das Läuten der Kirchenglocken gedämpft bis hier hoch.

Eine Kirche für jeden Tag

Es heißt, es gäbe 365 Kirchen auf Astypalea – eine für jeden Tag des Jahres! Nachgezählt habe ich nicht, doch es sind auf jeden Fall jede Menge… Einige davon sind winzig, kaum von außen als Kirche zu erkennen. Sie finden sich noch in den abgelegensten Winkeln der Insel. Auch heute noch haben sie eine große Bedeutung, denn die Einheimischen haben eine enge Verbundenheit zur orthodoxen Kirche.

Die bekannteste Kirche von Astypalea ist die des alten Klosters am Südhang der Festung: Panagia Portaítissa. Und natürlich die beiden mit ihren blauen Kuppeln weithin sichtbaren Kirchen oben auf der Burg: Agiós Georgios und Panagia of the Castle. Auch die Kirche Agiós Dimitrios in Maltezana (Analipsi) ist sehenswert. Einen Abstecher wert sind die alten Klöster Flevariótissa und Agios Ioannis, die beide mitten in der Natur liegen.

Der mysteriöse Kinderfriedhof von Astypalea

An der Südwestseite des Festungsberges liegt Kylíndra, der geheimnisvolle Kinderfriedhof der Insel. Die Ausgrabungsstätte ist unspektakulär, außer ein paar rechteckigen Löchern im Boden ist nicht viel zu sehen und ein Zaun sperrt das Gelände ab. Die Ausgrabungen ruhen derzeit, da aufgrund der Wirtschaftskrise das nötige Geld dazu fehlt. Doch was man bisher an dieser Stelle gefunden hat, ist einzigartig. 1995 stieß man bei Bauarbeiten auf diesen Kinderfriedhof. Bis heute wurden fast 3.000 Kinderleichen gefunden, die in Amphoren ähnlichen Gefäßen begraben wurden.

Doch was hat es mit all diesen toten Kindern auf sich? Größtenteils waren die Kinder zwischen wenigen Tagen bis mehrere Monate alt, einige sogar bis zu zwei Jahre. Anhand der Funde (einige davon sind im Archäologischen Museum in Péra Gialós zu sehen) datiert man die Periode, in der der Kinderfriedhof genutzt wurde, auf die Zeitspanne zwischen dem 7. bis zum 2. Jahrhundert v. Chr. Astypalea galt in vergangenen Zeiten wohl als heiliger Ort: Eileithyia und Locheía Ártemis, die Göttinnen der Geburt, wurden hier verehrt. Wahrscheinlich wurden deshalb tote Kinder aus dem ganzen Mittelmeerraum – vom griechischen Festland, den ägäischen Inseln, Anatolien und sogar Palästina – nach Astypalea gebracht.

Das Archäologische Museum in Pera Gialós

Die Ausstellungsstücke reichen von prähistorischen Zeiten über das Mittelalter bis zur Venezianischen Besetzung. Gefäße, Münzen, Skulpturen, Inschriften,  Schmuck, Grabbeigaben und natürlich eine Grabamphore des Kinderfriedhofs werden ausgestellt.

Das Fischerdorf Maltezána

Das ruhige, ursprüngliche Fischerdörfchen Maltezána (auch als Análipsi bekannt) ist ca. 10 km von der Chora entfernt. Gerade mal 150 Einwohner hat Maltezána.  Im Hafen kann man Fischern dabei zu sehen, wie sie Netze flicken und ihre kleinen, bunten Boote in Schuss halten. Hier gibt es einige hübsche Cafés und Tavernen, die idyllische Kirche, das Denkmal des getöteten französischen Seefahrers Bisson in Schinóntas und die römischen Bäder von Talará. Beliebt ist der schöne Strand mit den Schatten spendenden Tamariskenbäumen. Am westlichen Ende des Strandes sind am Meeresgrund die Ruinen antiker Gebäude zu sehen.

Der Aussichtspunkt Kastellános

Der Höhepunkt – im wahrsten Sinne des Wortes – meiner Inselrundfahrt ist der Aussichtspunkt Kastellános. 366 m ist der höchste Berg von Mésa Nísi, der äußeren Insel, hoch. Der Weg ist beschwerlich. Auf einer Schotterstraße geht es bergauf. Alte, zerfallene Militärgebäude stehen am Wegesrand. Langsam schraubt sich unsere kleine Autokolonne weiter nach oben. Die Antennen oben auf dem Gipfel wirken surreal. Einst war hier ein Militärstützpunkt, der nun langsam zerfällt. Ein “Lost Place” – die Gebäude bröckeln langsam vor sich hin. Als wir näher kommen, nimmt eine Ziege schnell Reißaus. Die Bergziegen scheinen sich das ehemalige Militärgelände zurückerobert zu haben. Von oben bietet sich ein einmaliger Ausblick auf Astypalea. In den Buchten und tief eingeschnittenen Fjorden schimmert das Meer in allen erdenklichen Blautönen. Ich kann mich gar nicht satt daran sehen! Übrigens: Bei guter Sicht kann man von hier oben aus sogar bis nach Kos und Kalymnos sehen!

Das grüne Tal von Livádi

Etwa ein Kilometer südlich der Chóra liegt Livádi. Die Ebene ist eine richtige Oase, der fruchtbare Obst- und Gemüsegarten von Astypalea. Das hat Livádi seinen Quellen und dem nordwestlich gelegenen Stausee zu verdanken.

Wir haben das Glück, dass uns Bettina Mohn, die auch Teil der Frauenkooperative Rodia 12 ist, mehr über die Pflanzenwelt der Insel verrät. Sie hat ihren Garten in Livádi und zeigt uns, was dort alles wächst. In ihrem Gewächshaus zieht Bettina alle Arten von Gemüse heran. An den Bäumen wachsen Zitronen, Mandeln und Granatäpfel. Wildwachsende Kräuter wie Salbei, Oregano und Thymian bedecken die Berghänge von Astypalea. Sie sind in der regionalen Küche unverzichtbar, ob als Gewürz oder als Tee. Im November sammeln die Inselbewohner wilden Safran in den Bergen und verarbeiten ihn zu schmackhaftem Gebäck, das typisch für Astypalea ist.

Und natürlich dürfen wir auch probieren: Rodia 12 stellt kreative Aufstriche und Marmeladen her und gewinnt Salz aus dem Meer. Mit den reifen Tomaten ist dieses Fleur de Sel ein Gedicht! Und auch Kreationen wie Oliven-Feigen-Marmelade oder Feigen-Honig-Senf kitzeln den Gaumen. Im Sommer sollen übrigens auch Kochkurse angeboten werden. Frischer geht’s nicht!

Vom Kiesstrand in Livádi hat man einen einmaligen Blick auf die Festung der Chóra. Am Strand befinden sich Restaurants, Cafés, Bars und Shops.
Tipp: Unbedingt zu empfehlen ist das Restaurant Astropelos – hier wird extrem lecker und kreativ gekocht.

Wandern auf Astypalea

Astypalea ist ein Wanderparadies: Die urwüchsige Landschaft und die einsame Bergwelt der Insel bietet sich fast überall zum Wandern an. Schlangen gibt es übrigens keine, aber mit großer Wahrscheinlichkeit wirst Du Schafen und Ziegen begegnen, die Dich mehr oder weniger neugierig beäugen. Meine Wanderung beginnt im Südwesten der Insel beim alten Kloster von Agios Ioannis. An der alten Windmühle vorbei geht es über Schotterstraßen durch die Berge. Gleich neben dem Kloster befindet sich Paliókastro, die Ruine einer byzantinischen Burg.

Vom Kloster Agios Ioannis hat man eine wunderschöne Aussicht auf die umliegenden schroffen Berge und die vorgelagerten Inselchen. Auch ein Blick ins Innere des Klosters lohnt sich. Auf schmalen, unbefestigten Pfaden geht es hinunter ins Tal. Auf dem steinigen Weg nach unten durchqueren wir einen kleinen Bachlauf und einen Bambushain. Versteckt liegen hier verlassene Gärten, ein kleines Paradies. Wer dem Pfad weiter hinunter folgt, gelangt schließlich zu einem kleinen Strand, der ebenfalls Agios Ioannis heißt – muss dann allerdings auch wieder den gleichen, steilen Weg hinauf kraxeln…

Mehr über meine Wanderung bei Agios Ioannis…

Astypalea: Kloster Agios Ioannis

Weitere Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten auf Astypalea

Diese Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten konnte ich leider nicht selbst miterleben – aber sie sind natürlich ein guter Grund, irgendwann nochmal auf die Schmetterlingsinsel zurückzukommen!

  • Bootstouren zu den kleineren, vorgelagerten Inseln
    Die Inselchen sind unbewohnt, aber es soll dort einige schöne Strände geben, die ideal sind, um zu relaxen, die Seele baumeln zu lassen und natürlich die Ägäis zu genießen.
  • Römische Bäder von Talará
    Diese findest Du bei Maltezana (Analipsi) hinter der Kirche von Agios Dimítrios. Auf dem Boden findet sich ein Mosaik aus dem 4. Jahrhundert n. Chr., das die Zeit darstellt, die die Erde in Händen hält.
  • Denkmal der französischen Seefahrer
    Das Denkmal in Schoinóntas an der Spitze der Halbinsel wurde von der französischen Marine errichtet zur Ehre der getöten Seefahrer und des Kapitäns Bisson. Anstatt sich den angreifenden Piraten zu ergeben, entschied er, sein Schiff in die Luft zu jagen. 15 französische Seeleute und 60 Piraten wurden getötet.
  • Vathy: Höhlen, Felsmalereien, Ruinen
    Vathy ist die kleinste Siedlung auf der Insel mit gerade mal 15 Einwohnern, ca. 20 km von Chóra entfernt. Vathy ist nur schwierig über eine Schotterstraße zu erreichen, die aber ausgebaut werden soll. Das Dorf liegt in einem tief eingeschnittenen Fjord. Im Gebiet von Vathy gibt es Felsmalereien und die Ruinen einer Minoischen Siedlung. In der Nähe von Vathy befindet sich die noch nicht vollends erforschte Drákou Höhle mit ihren Stalaktiten und Stalagmiten. Am Besten erreicht man die Höhle per Boot, der Weg über Land ist gefährlich. Auch die Höhle von Négrou ist nur schwer zugänglich. Sie ist recht groß und weist ebenfalls Stalaktiten und Stalagmiten auf. Der Legende zufolge soll sie ein Pirat von Samos, der Négros genannt wurde, als Versteck für seine Schätze genutzt haben.

Veranstaltungen und Feste auf Astypalea

Die Griechen lieben es zu feiern und auch auf Astypalea lässt man sich keine Gelegenheit für ein schönes Fest entgehen. Hier einige Beispiele für Veranstaltungen und Events auf Astypalea:

  • Griechisches Osterfest
    Ein Erlebnis ist das griechisch-orthodoxe Osterfest. Zum einen sind die Feiertage durch Kirchenbesuche und Prozessionen geprägt. Zum andern kommen aber auch Familie und Freunde zusammen und feiern fröhlich bei gutem Essen. Höhepunkt des Osterfests ist das große Feuerwerk am Ostersamstag.
  • Astypalea Festival und Maxoúlia
    Im Juli und August finden verschiedene kulturelle Veranstaltungen statt. Von Theater über Konzerte und Tanzvorführungen bis zu Fotografie und Kunstausstellungen ist alles dabei.
  • Fest von Portaítissa
    Am 15. August feiert die bekannteste Kirche der Insel ihr religiöses Fest. Und zwar mit Live Musik und Tanz bis spät in die Nacht hinein! Im Kirchhof gibt es dann traditionelle Gerichte und natürlich jede Menge Wein.
  • Koukánia
    Jedes Jahr tritt am 16. August am Strand von Péra Gialós die Insel-Jugend gegeneinander an: Tauziehen, Sackhüpfen, Eierlaufen, Joghurt essen mit verbundenen Augen oder das “Hahnenspiel”. Bei letzterem wird ein Balken über dem Meer eingeölt, an dessen Ende ein Korb mit der Attrappe eines Hahns hängt. Ziel ist es, den rutschigen Balken entlang zu laufen und den Hahn in Händen zu halten, ohne ins Meer zu fallen.

Die beste Reisezeit für Astypalea

Hochsaison ist August, dann sind oft alle Unterkünfte belegt. Anfang September kehrt dann wieder Ruhe ein. Für Urlauber lohnt sich eine Reise auf die griechische Insel aber auch in der Nebensaison. Gerade im Frühling und Herbst, dann sind die Temperaturen angenehm für Entdeckungstouren und zum Wandern, die Insel ist noch ein bisschen verschlafen. Ich war Ende April / Anfang Mai auf Astypalea, die Temperaturen stiegen auf frühsommerliche 25-28 Grad. Die Wassertemperatur dürfte um die 20 Grad gelegen haben. Frisch, aber wenn man erstmal drin ist, einfach herrlich!

Anreise: So kommst Du nach Astypalea

Die Anreise nach Astypalea hat ein paar kleine Tücken – aber vielleicht ist genau dass der Grund, warum die Insel sich bislang ihre Ursprünglichkeit bewahren konnte und nach wie vor ein Geheimtipp ist. Denn es gibt keine internationalen Direktflüge. Von Athen gibt es sechs Mal die Woche eine Flugverbindung zum kleinen Inselflughafen. Hier sollte man rechtzeitig buchen!

Eine regelmäßige Fährverbindung der Linie Blue Star gibt es ab Piräus / Athen, die Fahrt dauert min. 10 Stunden (je nach Anzahl der Stopps). Das günstigste Ticket ist ohne reservierten Sitzplatz – dann heißt es früh auf der Fähre sein und sich ein Plätzchen sichern. Da die Fahrt weit in die Nacht hinein geht, kann das dann etwas unbequem sein. Im mittleren Preissegment gibt es Air Seats zu buchen, die schon recht komfortabel sind. Ganz bequem ist die Überfahrt in einer Kabine. Eine Alternative wäre z.B. die Insel Paros, von dort dauert die Fahrt mit der Fähre ca. 4-5 Stunden. Weitere Infos zur Anreise nach Astypalea…

Unterwegs auf der Insel: Mietwagen & Roller

Raus aus der „Stadt“, rein ins Abenteuer: Mit dem Mietwagen auf Inselerkundung kommt man auch an die entlegenen Stellen von Astypalea. Beliebt bei Einheimischen wie Touristen sind Roller und Mopeds – und das ist auch unbedingt zu empfehlen, um auf der Insel mobil zu sein. Übrigens: Abseits der asphaltierten Straße zwischen Livádi, Astypalea und Maltezána fährt man meist auf Schotterpisten. Es soll auch zwei Linienbusse geben, die aber wahrscheinlich während meines Aufenthalts in den Osterferien waren (jedenfalls habe ich die nur geparkt in einer Garage gesehen).

Unterkünfte auf Astypalea: Von der Ferienwohnungen bis zum Boutique Hotel

Es gibt einige kleinere Hotels auf Astypalea, die meist familiengeführt sind, sowie eine recht große Auswahl an Pensionen und Ferienwohnungen. Außerdem gibt es auch einen Campingplatz auf der Insel. Ich war während der Bloggerreise im Ixthioessa Hotel untergebracht, meine Mitreisenden im Andromeda Resort, im Kallichoron Art Boutique Hotel und in den Vithos Apartments. Übrigens: Im Frühsommer 2017 hat das moderne und geschmackvoll eingerichtete Chrysalis Boutique Hotel neu eröffnet.

Mein Check: Pro & Contra

Mein Check: PRO!GRIECHISCHES INSELIDYLL
Ich glaube man merkt, dass ich mich in Astypalea verliebt habe. Es ist einfach Griechenland wie aus dem Bilderbuch mit den weiß getünchten Häusern in den steilen Gassen der Chora und dem blau schimmernden Meer.

 

Mein Check: CONTRA!LANGE ANREISE
Die Anreise dauert ihre Zeit und ist dementsprechend ein bisschen anstrengend. Darauf muss man sich einstellen und das beste daraus machen.

 

 

KooperationDie Gemeinde Astypalea hat mich zu dieser Bloggerreise eingeladen. Vielen Dank – auch den beteiligten Unternehmen Life Think, Elementi Travel und Ainos Travel – für die Einladung, die Organisation und die Gelegenheit, diese noch unbekannte griechische Insel kennenzulernen!

 

Mit diesem Artikel nehme ich an der großen Europablogparade von Trip to the Planet teil.

Wäre eine Reise in das griechische Insel-Idyll Astypalea auch was für Dich? Welches ist Deine Lieblingsinsel in Griechenland? Ich freu mich auf Deinen Kommentar!

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