Gruppen-/Erlebnisreisen

Solo, mit Reisepartner oder in der Gruppe? – Die Mischung macht’s!

Solo reisen oder Gruppenreise?

Mein Fazit gleich vorweg: Es muss kein „Entweder/Oder“ sein, es gibt kein „Richtig“ oder „Falsch“ oder nur schwarz und weiß. Ob Du alleine reist, mit Reisepartner oder ob Du Dich einer Gruppenreise anschließt – für mich macht es die Mischung aus diesen verschiedenen Arten des Reisens!

Die Art des Reisens hängt natürlich auch von der jeweiligen Situation ab: Hat man einen Lebens- und damit auch Reisepartner, der ähnliche Vorstellungen von der Reise hat? Oder Freunde, wo alles passt, wenn es ums Reisen geht (Geld, Urlaub, Wunschziel)? Oder bin ich eher in der Stimmung, alleine auf Entdeckungstour zu gehen oder am Strand zu relaxen, um mal den Kopf frei zu bekommen? Nein? Dann ist vielleicht eine Gruppenreise die ideale Lösung.

Vor- und Nachteile gibt es bei jeder Art zu reisen. Klar, muss man bei einer Reise mit Partner oder Freunden Kompromisse eingehen, ebenso natürlich bei einer Gruppenreise. Klar, ist man als Soloreisende/r unabhängig und frei wie ein Vogel. Um zu wissen, welche Art des Reisens am Besten zu einem passt, sollte man einfach offen dafür sein, alles einmal auszuprobieren.

Abenteuer- und Erlebnisreisen mit der Reisegruppe

Gruppenreise in Schottland: Lagerfeuer am Strand

Die Mischung macht’s!

Ob ich alleine reise, mit Freunden oder in der Gruppe ist auch abhängig davon, an welches Reiseziel es gehen soll. So mache ich einen Städtetrip oder Strandurlaub auch gerne mal alleine. Auf eigene Faust die Stadt erkunden, in Ruhe Fotos machen, am Strand relaxen, viel lesen, meinen Gedanken nachhängen – das alles geht wunderbar alleine.

Doch bei längeren Reisen und abenteuerlicheren Destinationen bin ich froh, wenn ich einen Mitreisenden finde. Vorausgesetzt die Reise-Chemie stimmt, sonst kann die gemeinsame Reise zur persönlichen kleinen Hölle werden – auch wenn die Freundschaft daheim noch so gut funktioniert. Oft ist es gar nicht so einfach, da jemanden zu finden, bei dem die Reisezeit, das Preislevel, die Vorlieben und Interessen etc. passen. Daher verlasse ich mich seit Jahren für größere Reiseabenteuer immer wieder auf Erlebnisreisen in kleiner Gruppe.

Warum mein Herz für Gruppenreisen schlägt, liest Du hier. Ganz wichtig für eine angenehme, harmonische Reise in der Gruppe ist für mich die Größe der Reisegruppe. Meine Faustregel: Je größer die Gruppe, desto anstrengender wird es. Doch in Bezug auf Gruppenreisen gehen die Meinungen zum Teil weit auseinander. Für die einen ist eine  Gruppenreise die Traumreise, für die anderen der reinste Horror-Trip.

Ideal für mich ist auch eine Kombination aus alleine und gemeinsam reisen. So genieße ich es beispielsweise vor oder nach einer Gruppentour noch einige Tage alleine eine Stadt zu erkunden oder ein paar Strandtage zum relaxen dranzuhängen. So nimmst Du auch die Vor- und Nachteile jeder Reiseart mit und bekommst einen guten Mix daraus. Vielleicht weißt Du dann manche Dinge ganz anders zu schätzen. Nach einer erlebnisreichen Gruppenreise genieße ich es z.B. besonders alleine zu sein – und sogar das alleine Essengehen empfinde ich dann als ganz angenehm und bin froh, mich in meinem Buch vergraben zu können.

Unterwegs Leute kennenlernen

Klar, lernt man neue Leute kennen, wenn man alleine reist. Das muss aber nicht zwangsläufig so sein. Zumindest, wenn man wie ich, eher introvertiert ist. Auch in Hostels, wo ja viele Alleinreisende aufeinandertreffen, kann es passieren, dass man eben niemanden näher kennenlernt oder auch einfach die Chemie nicht passt. So ging es mir beispielsweise in Neuseeland. Nach einer 4-wöchigen Overlandtour mit einer tollen Gruppe verbrachte ich noch einige Tage in Paihia in der Bay of Islands. Ein schönes Fleckchen Erde, ein nettes Hostel – doch meine Roommates waren alle zum Work and Travel hier. Unter Tag also bei der Arbeit und Abends schon früh im Bett. Oder man kommt nach dem ersten Kennenlernen über den allgemeinen Smalltalk – Wo warst Du schon? Wo geht’s als nächstes hin? – nicht hinaus. Ich muss zugeben, mir fällt es eher schwer, neue Leute kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Und andere Leute von mir aus anzuquatschen erst recht…

Ganz anders sieht das allerdings aus, wenn sich die Reisegruppe zum ersten Mal trifft. Die Situation ist ja für alle Mitreisenden gleich, alle sitzen in einem Boot. Und wollen in den nächsten Wochen Spaß miteinander haben. Oft gibt es eine kurze Vorstellungsrunde, und auch wenn man sich nicht gleich alle Namen merken kann, ist das die Basis für das erste Kennenlernen. So dass oft schon nach wenigen Minuten munter durcheinander gequatscht wird. Ich habe auf Gruppenreisen schon tolle Leute kennengelernt, mit einigen bin ich heute noch gut befreundet oder zumindest locker über Facebook verbunden.

Gruppenreise: Zusammen in einem Boot

Wo bin ich (und wenn ja wie viele)?

Mangelnder Orientierungssinn erschwert das Alleinereisen ungemein. Wie gerne hätte ich oft einen inneren Kompass, der mir in einer fremden Stadt den Weg weist. Und nein, ein Stadtplan hilft mir nicht unbedingt, sondern kann im Zweifelsfall sogar noch größere Verwirrung stiften. Google Maps ist da schon hilfreicher, immerhin weiß ich dann schon mal wo ich überhaupt gerade bin. Oder diese Navi-Aussagen – „Biegen Sie demnächst rechts ab!“. Aha, demnächst also. Okay, dann eben einfach jemanden fragen. Und fünf Minuten später ist die ausführliche Erklärung schon wieder ein heilloses Durcheinander in meiner Erinnerung. Manchmal hilft da nur noch das beharrliche Einkreisen meines Ziels. Das kann dann aber dauern!

Natürlich etwas übertrieben, im Endeffekt klappt es ja dann doch meistens… Aber es gab schon oft Situationen, wo ich froh gewesen wäre, wenn ein Mitreisender im wahrsten Sinne des Wortes richtungsweisend gewesen wäre. Und selbst das Verlaufen macht zusammen mehr Spaß!

Erlebnisreise in Irland

Nein, ich will nicht an den Katzentisch!

Tagsüber reise ich ganz gerne alleine, mache Sightseeing oder buche auch gerne mal eine Tagestour. Aber abends sieht das anders aus. Essen gehen alleine finde ich eher so mittelprächtig. Klar, kann man in einem Buch schmökern oder auf dem Smartphone rumtippen. Wenn der Tisch halbwegs passabel liegt und man als einzelner Gast nicht an den Katzentisch in der Ecke verbannt wird kann man die Natur oder die Passanten beobachten und dabei seinen Gedanken nachhängen. Aber ein schönes Essen und ein Gläschen Rotwein schmecken dann doch besser, wenn man sich dabei unterhalten kann und den Moment teilt. Oder den gemeinsamen Tag nochmal Revue passieren lassen kann.

Eine tolle Alternative zu einem Abendessen alleine können Food- oder Pubtouren sein, die es in vielen Städten zu buchen gibt. Sich durch lokale Spezialitäten probieren (in fester und flüssiger Form) macht richtig Spaß und man findet schnell Anschluss. Und dabei muss es nicht die übliche Sauf-Pubcrawl sein! Zum Beispiel habe ich in Dublin eine „Musical Pub Tour“ mitgemacht, bei der man gemeinsam mit Musikern von Pub zu Pub zieht, wo die beiden jedes Mal einige traditionelle, irische Lieder spielen, bevor es wieder weitergeht.

Musical Pubtour in Dublin

Gruppenreise: Zusammen ist man weniger allein

Geteiltes Leid ist halbes Leid und geteilte Freude ist doppelte Freude – da ist was Wahres dran! Schöne Momente teilen, sich beim Bummel durch die Stadt oder über einen Markt gegenseitig auf kleine Details aufmerksam machen, gemeinsam über etwas lachen. Viele solcher kleinen Momente machen eine Reise zu etwas Besonderem.

Und auch in schwierigeren Situationen kommt man besser klar, der Zusammenhalt kann so manche Situation retten. Oder zumindest empfindet man etwas weniger schlimm, wenn man sich auf liebe Mitreisende verlassen kann und zusammen ein Missgeschick durchleidet. Denn hinterher kann man dann auch zusammen darüber lachen.

Neuseeland: Zusammen den Bus aus dem Dreck ziehen

Zum Beispiel hatte ich damals in Kolumbien eine richtige Pechsträhne: Ich fiel vom Pferd (äh nein, ich kann nicht reiten), rutschte im Bad aus – beide Male fiel ich ziemlich schmerzhaft auf den Rücken. Und schlussendlich wurde mir noch die Kamera inklusive Speicherkarte aus der Ladestation geklaut, während ich leidend und weggetreten in ebendiesem Zimmer schlief. Zum Glück hatte ich eine unheimlich nette Reisegruppe. Sie halfen mir mit dem Gepäck, cremten mir den lädierten Rücken ein und teilten ihre Fotos mit mir. Was hätte ich nur ohne sie gemacht…

Gruppenreise Kolumbien: Mit den Gauchos ab aufs Pferd

Jede Art des Reisens hat etwas für sich, Vor- und Nachteile gibt es überall. Und auch Du selbst bist ja nicht immer gleich: Mal steht Dir vielleicht der Sinn nach Freiheit, Unabhängigkeit und Abstand von allem. Mal möchtest Du lieber gemeinsam mit Deinem Reisepartner oder einer Reisegruppe Abenteuer erleben und Neues entdecken. Oder Du wählst eine Kombination aus den verschiedenen Möglichkeiten.

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade „Solo reisen und Urlaub alleine – Richtig cool oder eher nicht?“ von Goodmorningworld teil.

Außerdem ist dieser Artikel auch Teil der Blogparade „Deine Reise ist nicht meine Reise“ von Flocblog.

Wie reist Du am Liebsten? Solo, mit Partner oder Freunden oder mit einer Reisegruppe? Ich bin gespannt auf Deinen Kommentar!

(204 mal gelesen)

9 Kommentare

  • Eine Gruppenreise sollte allerdings nicht mit vorgegebenen Programmpunkten gleichgesetzt werden.

    Gibt es eigentlich eine Community, ein Forum für solche Eventualitäten? also einen Treffpunkt in dem leidlich ein Reisepartner gesucht werden soll, nicht der Partner fürs Leben!

    • Hallo Daniel,
      da gibt es bei Gruppenreisen natürlich die verschiedensten Varianten von komplett durchgeplant bis zur reinen Orga von Unterkünften und Transport. Bei einigen Reiseveranstaltern hast Du über deren Forum oder Community die Möglichkeit, im Vorfeld der Reise Mitreisende kennenzulernen.

      Communities für die Suche von Reisepartnern gibt es einige, genauso wie Facebook-Gruppen. Einen ersten Überblick findest Du z.B. in diesem Artikel von GEO: http://www.geo.de/GEO/reisen/reisewissen/onlineportale-den-richtigen-reisepartner-finden-75025.html
      Ich habe allerdings noch nie eine dieser Communities für die Reisepartner-Suche genutzt, da kann ich also nicht wirklich was dazu sagen.

      Viele Grüße,
      Marion

  • Hallo Marion,

    beruflich reise ich zumeist alleine (Siehe meinen Beitrag: http://www.madiba.de/blog/blogparade-reise-typen-deine-reise-ist-nicht-meine-reise/ ). Besuche allerdings viele Partner und Firmen, wodurch ich selten wirklich alleine bin.

    Ich bin der Meinung, alle Reisetypen, also ob Mietwagenreise oder Gruppenreise können zu den gewünschten Erlebnissen passen. Wichtig ist ja was der Reisende/Urlauber daraus macht.

    Viele „digitalen Nomaden“ sind ja nie alleine, denn das nächste Telefonat, die nächste Nachricht, die folgende E-Mail ist nur ein paar Tastaturdrücker entfernt.

    LG Daniel

    • Hallo Daniel,
      da hast Du natürlich völlig recht, es kommt immer drauf an, was man draus macht 🙂
      Die Reiseart hängt ja auch immer von allen möglichen Rahmenbedingungen ab, also z.B. je nach Land, geplante Aktivitäten, Urlaubszeit etc. Ich finde, man sollte alles mal ausprobieren.
      LG
      Marion

  • Hallo Marion,

    ein schöner Artikel! Ich finde auch, dass es die Mischung macht. Am liebsten reise ich mit meinen Freund. Aber es gibt Reisen, die unternehme ich einfach lieber mit ein paar Mädels, die ich mal auf einem Solotrip kennengelernt habe. Ich war alleine zum Surfen lernen in Frankreich, habe dort 2 Mädels getroffen und seit dem waren wir zusammen schon in Marokko, Mexiko und auf Fuerteventura. Gruppenreisen sind nicht so meins, aber das liegt eher daran, dass ich vorgegebene Programmpunkte nicht so mag. Und ich auch noch nie eine gute Gruppe erwischt habe. Und Solotrips unternehme ich eigentlich nur notgedrungen, wenn sich niemand findet. Denn dann überhaupt nicht zu verreisen, kommt für mich nicht in Frage. 🙂

    Lieben Gruß
    Elisa

    • Liebe Elisa,
      Gruppenreisen stehen ja bei vielen nicht allzu hoch in der Gunst. Vielleicht hatte ich bisher auch sehr viel Glück, bis auf einmal hatte ich bei über 15 Touren eigentlich immer eine tolle Gruppe. Auch wenn die Leute manchmal sehr unterschiedlich sind (z.B. vom Alter her), hat es eigentlich meistens richtig gut gepasst. Aber wenn man jemanden hat, mit dem das zu zweit Reisen super klappt, ist das natürlich umso besser 🙂
      Liebe Grüße,
      Marion

  • Hallo Marion,
    Ich finde es toll, dass du Gruppenreisen so viel abgewinnen kannst! Ich bin großer Fan von Reisen mit einer (kleinen) Freundesgruppe, mit Partner oder auch mal ganz alleine. Wobei wie Du schon erwähnt hast, es beim Alleinreisen ganz darauf ankommt, wo Du bist und wie die Umstände sind. Meine Reise alleine nach Australien war das Beste was mir passieren konnte, meine eher unfreiwillige (meine Freundin ist auf der Reise erkrankt und musste umdrehen) Fahrt alleine mit der Transsibirischen Eisenbahn war zwar wunderschön, aber 2 Wochen so ganz ohne jemanden Kennenzulernen mit dem man sich unterhalten kann (weit und breit niemand der Ansatzweise Englisch sprach) war schon ziemlich krass und für jemanden wie mich, der es gewöhnt ist, sich immer mit anderen austauschen zu können sehr gewöhnungsbedürftig.
    Liebe Grüße,
    Kerstin

    • Liebe Kerstin,
      klar, sind Gruppenreise Geschmackssache – vielleicht hatte ich bisher auch einfach ganz viel Glück mit meinen Reisegruppen. Wenn es passt, bin ich auch gerne mit Freunden unterwegs (wobei eine Reise da eine Freundschaft auch ganz schön auf die Probe stellen kann). Oder auch mal alleine, aber dann eher für kürzere Trips. Alleine mit der Transsibirischen Eisenbahn ist wirklich ganz schön krass, aber bestimmt hast Du auch jede Menge spannende Eindrücke mit nach Hause gebracht.
      Liebe Grüße,
      Marion

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