Kambodscha: Homestay im Eco Village Chambok

Kambodscha: Homestay im Eco Village Chambok

Das Eco Village Chambok ist eine Gemeinschaft von neun ländlichen Dörfern in Südwest-Kambodscha, ca. 2 Stunden von Phnom Penh entfernt in Richtung Sihanoukville. Hier kann man ursprüngliches Dorfleben und die Natur in der Umgebung mit Reisfeldern, Wasserfällen und tropischen Wäldern erleben. Seit 2002 besteht das Ökotourismus-Projekt, das es den lokalen Familien ermöglicht, Einkommen zu erwirtschaften und so den Wald vor Abholzung schützt. Zentrales Element: Homestays in traditionellen Stelzenhäusern.

Kambodscha: Auf den Straßen von Chambok

Auf den Straßen von Chambok

Eco Village Chambok in Kambodscha

Während meiner Rundreise durch Vietnam und Kambodscha steht auch ein Homestay in Chambok auf dem Programm. Neun Dörfer gehören zu der Dorfgemeinschaft, am Rande des malerischen Kirirom Nationalparks in der Provinz Kampong Speu liegt. 2002 wurde das Projekt von der NGO Mlup Baiton und dem Umweltministerium ins Leben gerufen, um den nachhaltigen Öko-Tourismus zu fördern. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Dorfbewohner darauf angewiesen, aus dem Holz der umliegenden Wälder Brennmaterial herzustellen. Oft war das die Haupteinkommensquelle der Familie. Das Projekt setzt auf Bildung und vermittelt, warum es wichtig ist, die Wälder zu schützen und für zukünftige Generationen zu bewahren. Durch den nachhaltigen Tourismus können die Familien im Dorf ein alternatives Einkommen erwirtschaften und ihre Lebensgrundlage sichern, beispielsweise durch Homestays, als Trekking-Guide oder mit Ochsenkarren-Fahrten. Es gibt ein Besucherzentrum, in dem die Frauen des Dorfes ein Restaurant führen und wo eine Jugendtanzgruppe abends traditionelle Khmer-Tänze aufführt.

Durch das Eco Village Projekt wurde Chambok zu einem der ersten Orte in Kambodscha, in dem Besucher das Landleben und die lokale Khmer-Kultur hautnah bei Gastfamilien kennenlernen können. Und das inmitten der idyllischen Natur mit grünen Reisfeldern, schattigen Tropenwäldern und Wasserfällen.

Die finanzielle Absicherung durch das Ökotourismus-Projekt trägt zum Schutz der Wälder bei, denn sie hilft dabei, den illegalen Holzabbau im Gebiet um Chambok zu verhindern. Heute stehen rund 1400 Hektar Wald unter Schutz, mehr als 500 Familien profitieren vom nachhaltigen Tourismus.

   Lesetipp: In 20 Fotos um die Welt – Kambodscha

Ökotourismus-Projekt Chambok: Wälder rund ums Dorf

Durch das Ökotourismus-Projekt werden die Wälder rund um Chambok geschützt

Homestay: Übernachten bei Gastfamilien in Chambok

Homestay: Übernachten bei Gastfamilien in Chambok

Homestay: Traditionelles Stelzenhaus in Chambok

Homestay: Traditionelles Stelzenhaus in Chambok

Übernachten in Chambok: Homestay in kambodschanischen Stelzenhäusern

Wir übernachten in traditionellen Stelzenhäusern bei Gastfamilien. Die Gastfamilien heißen uns herzlich willkommen, die Begrüßung wird neugierig von den Kindern der gesamten Nachbarschaft beäugt. Unsere Gruppe von 16 Reisenden wird auf zwei Gastfamilien verteilt, jeweils acht Personen teilen sich einen Gemeinschaftsschlafraum. Eine steile Holztreppe führt nach oben, die Schuhe müssen draussen bleiben. Auf dem Boden befinden sich Doppelmatratzen mit bunter Bettwäsche, Moskitonetze sorgen für stichfreie Träume.

Homestay in Kambodscha: Begrüßung

Begrüßung durch die Gastfamilie

Chambok: Im Hof der Gastfamilie

Chambok: Im Hof der Gastfamilie

Homestay: Treppe zum Schlafraum im oberen Stockwerk

Homestay: Treppe zum Schlafraum im oberen Stockwerk

Schuhsammlung vor dem Eingang ins Gemeinschaftsschlafzimmer

Schuhsammlung vor dem Eingang ins Gemeinschaftsschlafzimmer

Homestay Chambok: Bett mit Moskitonetz

Homestay Chambok: Bett mit Moskitonetz

Im Hof und unter den Stelzenhäusern haben Kühe, Schweine, Hühner und tapsige Welpen ihr Reich – Landidylle pur! Der begegne ich auch schon am frühen Morgen als ich begleitet vom heiseren Krähen eines Hahnes verschlafen über den Hof zum Toilettenhäuschen mit Plumsklo eile, um mich für den kommenden Tag frisch zu machen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn das Wasser ist kalt, Katzenwäsche ist angesagt…

Homestay Chambok: Toilettenhäuschen im Hof

Toilettenhäuschen im Hof

Homestay Chambok: Haus, Hof und Vieh

Homestay Chambok: Haus, Hof und Vieh

Homestay Chambok: Küken und Welpen

Küken und Welpen tapsen über den Hof

Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten in Chambok

Neben dem kambodschanischen Dorfleben gibt es noch einiges mehr zu entdecken: Zu den beliebtesten Aktivitäten in Chambok gehören Wanderungen, Radtouren, Fahrten mit dem Ochsenkarren, Vogelbeobachtungen, der Besuch einer Fledermaus-Höhle oder ein erfrischendes Bad im Fluß oder im Wasserfall. Während ein Teil meiner Reisegruppe eine Wanderung zum Wasserfall unternimmt, entscheide ich mich für die gemächliche Dorftour mit dem Ochsenkarren.

   Lesetipp: Mit dem Rad über die Bambusbrücke von Kampong Cham

Kambodscha: Felder rund um Chambok

Kambodscha: Felder rund um Chambok

Aktivitäten in Chambok: Wandern und Fahrt mit dem Ochsenkarren

Aktivitäten in Chambok: Wandern und Fahrt mit dem Ochsenkarren

Wandern / Trekking in Chambok

Für viele Besucher ist eine Wanderung rund um Chambok eines der Highlights ihres Aufenthalts. Besonders wenn das Ziel einer der Wasserfälle der Umgebung ist. Der größte von ihnen ist immerhin 40 Meter hoch. Es gibt einige Stellen, an denen man gut baden kann – eine willkommene Erfrischung nach der Anstrengung und bei den warmen Temperaturen! Die Wanderrouten variieren von einer kurzen Strecke von rund zwei Stunden bis zu Tageswanderungen oder sogar mehrtägigen Trekking-Touren mit Camping. Dabei begleiten Dich ausgebildete Guides und erklären unterwegs jede Menge zur Flora und Fauna. Meine Mitreisenden waren ca. 3 Stunden unterwegs und berichteten begeistert von ihrer recht anstrengenden, aber erlebnisreichen Wanderung zum Wasserfall.

Chambok: Ausflug in die grüne Natur

Chambok: Ausflug in die grüne Natur

Mit dem Ochsenkarren durch Chambok

Währenddessen lasse ich mich auf die gemütliche Tour durchs Dorf und die umliegenden Wälder und Felder schaukeln. Was für uns exotisch und wie aus der Zeit gefallen anmutet, ist in den ländlichen Gegenden Kambodschas gang und gäbe. Denn hier sind Ochsenkarren noch ein häufig genutztes Arbeitsgerät und Transportmittel. Sie helfen Bauern, das Feld zu pflügen oder schwere Lasten zum Markt zu bringen. In Chambok werden damit auch Touristen transportiert. Gesteuert werden die Gespanne von den Frauen des Dorfes, die meisten haben ihre Kinder mit dabei.

   Lesetipp: Quer durch Indochina von Hanoi nach Bangkok

Chambok: Mit dem Ochsenkarren durchs Dorf

Mit dem Ochsenkarren durchs Dorf

Nachhaltiger Tourismus: Fahrt mit dem Ochsenkarren durch Chambok

Nachhaltiger Tourismus: Alternatives, zusätzliches Einkommen für die Familien des Dorfes

Nachhaltiger Tourismus: Fahrt mit dem Ochsenkarren durch Chambok

Gelenkt werden die Ochsenkarren von den Frauen des Dorfes

Ochsenkarren-Tour durch Chambok

Gemächlich geht es mit dem Ochsenkarren durch Chambok

Während der Fahrt mit dem Ochsenkarren zieht das Dorfleben an mir vorüber. Erst geht es auf staubigen Straßen durch bewaldetes Gelände, Vögel und Grillen machen um die Wette Lärm. Dann lichtet sich der Wald, das Grün der Reisfelder hebt sich leuchtend vom blauen Himmel ab. Auf unserem Weg durchs Dorf werden wir freundlich gegrüßt, wenn wir vorbeizuckeln und die Kinder winken uns lachend zu. Wir passieren immer wieder die typischen Stelzenhäuser, mal schlicht, mal in bunten Farben gestrichen. Schilder zeigen, dass in vielen Homestays untergebracht sind. Ein Highlight der dörflichen Sehenswürdigkeiten ist der kleine Tempel, der von zwei Löwen-Statuen bewacht wird.

Stelzenhäuser in Kambodscha

Stelzenhäuser in Chambok: Farbige Tupfer im Grün

Tour durchs Dorf: Halt am Dorfladen von Chambok

Tour durchs Dorf: Halt am Dorfladen von Chambok

Kambodscha: Tempel von Chambok

Dorftempel von Chambok

Chambok: Tor zum Tempel

Löwen-Statuen bewachen das Tor zum Tempel

Kambodscha: Felder rund um Chambok

Fahrt durch die Felder rund um Chambok

Besucherzentrum und Frauen-Restaurant

Im Besucherzentrum findest Du eine kleine Ausstellung über Chambok, die Entwicklung des nachhaltigen Tourismus und die örtliche Flora und Fauna. Auch das durch eine wechselnde Belegschaft von über 300 Frauen geführte Restaurant ist Teil des Visitor Centers. Alle Gerichte werden nach typischen Rezepten aus lokalen Zutaten frisch zubereitet. Wir kommen sowohl zum Frühstück als auch zum Abendessen her. Abends genießen wir ein Khmer-Dinner, danach zeigt uns die Dorfjugend ihr Können und präsentiert mit großem Eifer traditionelle Khmer-Tänze.

Besucherzentrum Chambok: Traditionelle Khmer-Tänze

Traditionelle Khmer-Tänze im Besucherzentrum

Auch während wir auf die Rückkehr unserer Wandergruppe warten, verbringen wir die Zeit im Besucherzentrum. Hängematten laden zum Relaxen ein und junge Hunde mit Fledermausohren sorgen für Bespaßung.

Hund im Besucherzentrum von Chambok

Neugierige Hundenase im Besucherzentrum

Nach zwei erlebnisreichen Tagen in Chambok fällt der Abschied von diesem so anderen Leben, in das wir einen kleinen Einblick bekommen durften, schwer. Auch wenn wir uns allesamt auf eine gute Dusche und ein weiches Bett freuen…

Hast Du Lust auf mehr Bilder und Impressionen aus Kambodscha? Dann wirst Du in diesem Artikel fündig: “In 20 Fotos um die Welt: Kambodscha”!

Mein Check: Pro & Contra

Mein Check: PRO!
UNTERSTÜTZENSWERTES PROJEKT & TOLLES ERLEBNIS
Das Öko-Tourismus-Projekt in Chambok bewirkt offensichtlich etwas im Alltag der Dorfbewohner und bietet den Familien ein Einkommen. Und als Reisender bekommst Du die Möglichkeit mehr über das Landleben in Kambodscha zu erfahren.
Mein Check: CONTRA!
KEINE FALSCHEN ERWARTUNGEN
Die Homestay-Unterkünfte sind sehr, sehr einfach und rustikal – darauf solltest Du Dich einstellen und auch einlassen! Denn ein Aufenthalt in den typischen Stelzenhäusern ist auf jeden Fall eine besondere Erfahrung!

Würde Dir ein Homestay in Chambok gefallen oder wäre das nicht so Dein Ding? Vielleicht kennst Du ja auch ähnliche Ökotourismus-Projekte? Dann freue ich mich auf Deinen Kommentar!

Transparenz-Hinweis / Offenlegung
Dieser Artikel ist ohne Kooperation entstanden. Meine Reise nach Kambodscha habe ich selbst bezahlt.
(397 mal gelesen)

Lass mir einen Kommentar da