Der Fränkische Rotwein Wanderweg: Wandern im Zeichen des Rotweinglases

Der Fränkische Rotwein Wanderweg: Wandern im Zeichen des Rotweinglases

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Der Fränkische Rotwein Wanderweg lockt Genusswanderer nach Churfranken, der Genießerregion am Main zwischen Odenwald und Spessart. Auf 79 km Länge, die in sechs Etappen unterteilt werden, kannst Du durch Weinberge wandern und die liebliche Landschaft des Maintals entdecken. Ich habe zwei Genuss-Wanderungen auf Teilstrecken des Fränkischen Rotwein Wanderwegs unternommen, die definitiv Lust auf mehr machen. 

Der Fränkische Rotwein Wanderweg

79 km Länge, 6 Etappen – das sind die Eckdaten des Fränkischen Rotweinwanderwegs, der von Großwallstadt im Norden bis nach Bürgstadt im Süden durch das idyllische Maintal führt. Es geht durch malerische Weinberge und romantische Weinorte, die wie an einer Perlenschnur aufgereiht sind.

In den sechs Wanderetappen erschließt sich das Terroir des churfränkischen Spätburgunders. Der Anbau von Rotwein hat eine lange Tradition in dieser Gegend. Churfranken gilt als die Heimat der besten Spätburgunder in Franken, für den die steilen, sonnigen Lagen das ideale Anbaugebiet bilden. Die eisenhaltigen Buntsandsteinböden bringen Weine hervor, die auch auf  internationalem Parkett mithalten können. Auf dem Fränkischen Rotwein Wanderweg folgst Du den Spuren des Rotweins und kannst unterwegs entdecken, wie vielfältig die Weinkultur in Churfranken ist. Das Rotweinglas weist den Weg: Wenn Du den gut erkennbaren Wegmarkierungen folgst, erlebst Du eine Wanderung voller Genuss und großartiger Landschaften.

 

Die Etappen des Fränkischen Rotwein Wanderwegs

  • 1. Etappe von Großwallstadt nach Großostheim
    Start des Fränkischen Rotwein Wanderwegs ist in Großwallstadt. Die weitestgehend flache erste Etappe führt nach Großostheim, unterwegs geht es durch die Weinberge. Absolutes Highlight ist der Blick über die Weinberge mit ihren Weinberghütten bis zum Horizont, wo sich die Skyline von Frankfurt abzeichnet.
    Strecke: 16,2 km | Dauer: ca. 4:30 h | Schwierigkeit: mittel
  • 2. Etappe von Großostheim nach Elsenfeld
    Weiter geht es von Großostheim an den hügeligen Ausläufern des Odenwalds zurück an den Main. Unterwegs kannst Du herrliche Ausblicke auf den Spessart genießen. Du passierst die Weinlagen Lützeltal und Pitztal, bevor Du schließlich Elsenfeld erreichst.
    Strecke: 17,3 km | Dauer: ca. 6:15 h | Schwierigkeit: schwer
  • 3. Etappe von Elsenfeld nach Erlenbach
    Die dritte Etappe führt von Elsenfeld durch das Tal der Elsava über kleinere Anhöhen bis nach Erlenbach. Höhepunkt ist der Besuch des Klosters Himmelthal. Entlang des Weges liegen die Dörfer Schippach und Rück mit den Weinanlagen Rücker Schalk, Johannis- und Jesuitenberg, Tagesziel ist das Winzerdorf Erlenbach.
    Strecke: 14,9 km | Dauer: ca. 4:15 h | Schwierigkeit: mittel
  • 4. Etappe von Erlenbach nach Klingenberg
    Die vierte Etappe ist der kürzeste Abschnitt des Fränkischen Rotwein Wanderwegs. Am steilen Uferhang hoch über dem Main geht die Wanderung von Erlenbach nach Klingenberg. Highlight dieser Etappe ist das terroir f Churfranken, das zu den magischen Orten des Frankenweins zählt.
    Strecke: 4,1 km | Dauer: ca. 1:15 h | Schwierigkeit: mittel
  • 5. Etappe von Klingenberg nach Großheubach
    Von Klingenberg führt die fünfte Etappe auf einem schönen Panoramaweg vorbei an sonnenbeschienenen Weinhängen nach Großheubach. Unterwegs passiert man den Weinberg der Staatlichen Hofkellerei Würzburg und das Kloster Engelberg.
    Strecke: 10,1 km | Dauer: ca. 2:40 h | Schwierigkeit: mittel
  • 6. Etappe von Großheubach nach Bürgstadt
    Auf der letzten Etappe des Fränkischen Rotwein Wanderwegs wandert man von Großheubach ins malerische Miltenberg, für das man unbedingt ausreichend Zeit einplanen sollte, bis zum Weinort Bürgstadt.
    Strecke: 15,3 km | Dauer: ca. 4:10 h | Schwierigkeit: mittel

Hier findest Du detaillierte Infos zu den einzelnen Etappen des Fränkischen Rotwein Wanderwegs.

Wandern auf Teilstücken des Fränkischen Rotwein Wanderwegs

Durch die Weinberge von Großostheim mit Blick auf die Skyline von Frankfurt

Start unserer Wanderung auf einem Teilstück der ersten Etappe ist die Alt-Heiligkreuzkapelle bei Großostheim, die kaum zwei Personen hinein passen. Im Schatten der großen Bäume erwartet uns bereits die Winzerin und Gästeführerin Barbara Gilbert. Mit einem kühlen, prickelnden Secco stoßen wir an und genießen den Ausblick über die Weinhänge von Großostheim. Hier lässt es sich wirklich aushalten, da fällt es fast ein bisschen schwer, sich loszureißen!

Am Waldrand entlang wandern wir bis zum Wendelinushof und vorbei an Pferdekoppeln. Schon bald sind wir von Weinbergen umgeben, Reben soweit das Auge reicht. Winzerin Barbara Gilbert begleitet uns und plaudert aus dem Nähkästchen. Sie hat das Weingut von ihren Eltern übernommen. Zu den angebauten Rebsorten gehören Müller-Thurgau, Riesling, Silvaner, Scheurebe, Domina, Weiß- und Spätburgunder. Auch wenn der Beruf ihre Leidenschaft ist, ganz von den Trauben leben kann die Familie nicht.

Traditionelle Weinbergshütten & Frankfurts Skyline

Die Sonne strahlt vom blauen Himmel, obwohl es sanft bergauf geht, ist der Aufstieg durch die Weinlage „Harstell“ schweißtreibend. Was für ein Glück, dass wir offiziell von den reifen Trauben naschen dürfen! Im Grün der Weinberge tauchen immer wieder die für die Region typischen Weinbergshütten auf. Obwohl es an diesem Tag etwas diesig ist, lasst sich in der Ferne die Skyline von Frankfurt ausmachen – was für ein Ausblick!

Weinprobe im Weinberg

Inmitten dieser Szenerie liegt die Weinbergshütte von Barbara Gilbert, wo wir es uns auf der Terrasse bequem machen. Zeit, um endlich die edlen Tröpfchen zu probieren, über die wir nun schon so viel gehört haben! Und wo könnte eine Weinprobe schöner sein und besser schmecken als direkt im Weinberg? Dazu gibt es regionale Spezialitäten in Form eines deftigen Winzervespers mit Wurst, Käse, frischen Trauben und Weinblaatz, ein knuspriges Fladenbrot, das dem Tiroler Schüttelbrot ähnelt. Nachdem wir gestärkt sind, lernen wir, wie mit dem Oechslemeter gemessen wird, wieviel Grad Oechsle die Trauben haben.

Wanderung von Erlenbach über das terroir f nach Klingenberg

Mein zweiter Tag in Churfranken beginnt mit einer Wanderung auf der vierten Etappe des Fränkischen Rotwein Wanderwegs durch die Terrassenlagen von Erlenbach nach Klingenberg. Erlenbach ist bekannt als das „Tor zu den Weinterrassen“, denn hier beginnen die Buntsandsteinsteillagen. Wir treffen den Erlenbacher Winzer Reinhold Hillerich am Parkplatz des Bergschwimmbads, er wird uns auf unserer Wanderung begleiten. Da Hillerich seine sonnenverwöhnten Reben am steilen Ufer des Mains bewirtschaftet, kennt er den Weg und die Umgebung natürlich wie seine Westentasche.

Weinberg-Aussichten

Schon kurz nachdem wir los gegangen sind, erreichen wir den Aussichtspavillon am Hohberg, der einen schönen Ausblick auf Erlenbach bietet. Wir folgen dem Wirtschaftsweg, der uns vom Wald mitten in die Rebberge und die Weinterrassen des Erlenbacher Hochbergs führt. Von einem Aussichtspunkt aus haben wir einen schönen Blick auf Wörth, die Schiffswerft von Erlenbach, die Villa des Schiffbauers und Klingenberg.

Einzigartig sind die historischen Buntsandsteinterrassen, Trockenmauern stützen die steilen Hänge. Rund 20 verschiedene Rebsorten werden in Erlenbach angepflanzt. Reinhold Hillerich erklärt uns, wie man anhand der Blätter die Reben unterscheiden kann. Charakteristisch für den Müller-Thurgau sind beispielsweise die tief eingebuchteten fünffingrigen Blätter, während. Eigentlich schützen die Blätter vor zuviel Sonneneinstrahlung, Regen oder Hagel. Doch die anhaltende Hitze und Trockenheit dieses Sommers haben an vielen Stellen Schaden angerichtet: Die Reben haben Sonnenbrand bekommen, die Beeren sind verschrumpelt und hängen wie winzig kleine Rosinen am Rebstock. Selbst der hitzeresistente Portugieser hat unter dem extremen Sommer gelitten.

Direkt am Weg gelegen erwartet Wanderer eine Aussichtsplattform, die zum Picknick einlädt. Tief unten im Tal fließt der Main, Schiffe ziehen gemächlich vorbei. Zum Entspannen stehen ein paar gemütliche Sonnenliegen zur Verfügung.  Allerdings haben sich dicke graue Wolken vor die Sonne geschoben, so dass wir lieber weiter wandern – schließlich gibt es noch einiges zu entdecken…

Churfranken-Kräutergarten bei Erlenbach

Der Kräutergarten direkt am Wanderweg ist ein richtige Kleinod. Wo früher einst Reben wuchsen, gedeihen heute die verschiedensten Kräuter. Kräuter, die auch dem beliebten Churfranken-Bitter ihren Geschmack geben. Der Kräuterlikör solltest Du unbedingt mal probieren, er eignet sich hervorragend als Souvenir, um ein Stückchen Churfranken mit nach Hause zu nehmen.

Auf alten Winzertreppen kletterst Du in den Kräutergarten hinein und kannst Beet für Beet mit allen Sinnen auf Kräuter-Entdeckungstour gehen. Der Duft von Kräutern liegt in der Luft: Melisse, Minze, Thymian – erkennst und erschnupperst Du, welche Kräuter hier wachsen? Für den Eigengebrauch darfst Du hier übrigens sogar Kräuter in haushaltsüblichen Mengen pflücken und ernten.

Hoch hinaus auf dem Churfranken Steig

Zwischen Erlenbach und Klingenberg befindet sich der Churfranken Steig. Über Treppen geht es inmitten der Weinberge steil hinauf, dabei immer im Blick das Maintal und das Städtchen Klingenberg. Für Wagemutige bietet der Churfranken Steig auch zwei Kletterpassagen: In einem alten Steinbruch verläuft ein durch ein Stahlseil gesicherter horizontaler Abschnitt, auf der Klingenberger Seite geht es in die Vertikale von einem Plateau über Fels bis zu einer darüber liegenden Terrasse.

terroir f – magischer Ort des Frankenweins in Churfranken

Höhepunkt unserer Wanderung – im wahrsten Sinne des Wortes – ist eine Rast beim terroir f mit dem Thema „Steillage, Buntsandstein und Sonne – des Winzers Gold“. Der Aussichtspunkt oberhalb von Erlenbach hat fast schon Skywalk Charakter und bietet einen tollen Rundumblick auf die umliegenden Terrassenlagen und den Main. Die Plattform des modernen Pavillons ragt hoch über dem Main in die Weinberge hinein, umgeben von den sonnenverwöhnten Buntsandsteinsteillagen.

Weinausschank im terroir f Churfranken
An Sonn- und Feiertagen bieten Winzer aus Klingenberg, Erlenbach und Mechenhard bei gutem Wetter ab 11 Uhr ihre Weine an.

In der außergewöhnlichen Kulisse des terroir f probieren wir den von Reinhold Hillerich produzierten einzigen fränkischen Portwein. Auf einer Portugalreise begeisterte sich der Winzer für den dort hergestellten Portwein. Da die Steillagen in Churfranken denen am portugiesischen Douro ähnlich sind, beschloss er, sich auf das Experiment Portwein einzulassen. Drei Jahre lang wird der Süßwein in speziellen Eichenholzfässern gelagert. Das Ergebnis kann sich sehen, oder besser, schmecken lassen!

Winzer bei der Arbeit
Entlang des Verbindungsweges zwischen Erlenbach und Klingenberg wurden Figuren aus Erlenbacher Schiffstahl errichtet, die die Winzer bei ihrer harten Arbeit in den Weinbergen zeigen.

Durch die Altstadt von Klingenberg

Nach dieser besonderen Weinprobe erreichen wir bald den Ortsrand von Klingenberg. Ein Rundgang durch die Altstadt lohnt sich. Denn die Rotweinstadt am Main hat einen ganz besonderen Charme: Das mittelalterliche Stadtbild wird geprägt von Fachwerkhäusern und romantischen engen Gassen. Wer möchte, kann noch einen Abstecher zur Clingenburg einlegen. Hoch über Klingenberg gelegen hat man von der Burgruine einen herrlichen Ausblick über das Tal.

Häckerwirtschaften & Häckerkalender

Den krönenden Abschluss unserer Wanderung auf dem Fränkischen Rotwein Wanderweg feiern wir in der traditionellen Häckerwirtschaft des Weinbaubetriebs Thomas Reis mit lecker-deftiger Stärkung.

Die Häckerwirtschaften haben eine lange Tradition in Churfranken. In in anderen Regionen sind die urigen, zeitlich begrenzten Ausschankstellen auch als Straußenwirtschaft oder Besenwirtschaft bekannt. Entlang des Fränkischen Rotwein Wanderwegs findest Du normalerweise immer einen Winzer, der gerade seine Häcke geöffnet hat. Die Häckerwirtschaften öffnen jeweils für zwei bis vier Wochen, dann dürfen zeitlich begrenzt selbst erzeugte Weine ausgeschenkt werden. Zum fränkischen Wein kommt deftige Hausmannskost auf den Tisch.

Die Tradition reicht zurück bis ins 16. Jahrhundert und auch heute noch wird die urig-fränkische Gastlichkeit mit großer Begeisterung gepflegt. Schnell kommt man mit anderen Gästen ins Gespräch, man rückt zusammen und gehört einfach dazu. Genuss und Gemütlichkeit – darauf wird in Churfranken Wert gelegt. Ein Blick in den Häckerkalender verrät, welche Häckerwirtschaft wann geöffnet hat.

 

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Praktische Infos & Tipps für Deine Wanderung auf dem Fränkischen Rotwein Wanderweg

Wann ist die beste Zeit für eine Wanderung auf dem Fränkischen Rotwein Wanderweg?

Die Landschaften entlang der Wegstrecke hat das ganze Jahr über ihren Reiz. Im Frühjahr treiben ab Mai die Reben aus, im Juni schließt sich die Rebblüte an. Im Hochsommer kleiden sich die Weinberge in üppiges Grün. Der Herbst ist ein besonderes Highlight: Ab Ende September beginnt die Weinlese und im Oktober verfärbt sich das Laub in stimmungsvollem Rot. Sogar wenn die Reben im Winter kahl sind, lohnt sich eine Wanderung mit Ausblicken auf das churfränkische Maintal.

Lage & Anreise nach Churfranken

Die Region Churfranken ist ein touristischer Zusammenschluss von 25 Gemeinden im Maintal zwischen Odenwald und Spessart. Churfranken erstreckt sich zwischen Aschaffenburg im Norden und Wertheim im Südwesten. Auch wenn die Region historisch Bayern zugeordnet wird, sehen sich die Bewohner als Franken. Gleichzeitig ist Churfranken die Nahtstelle zu Hessen und Baden-Württemberg. Die unmittelbare Nachbarschaft zur Metropolregion Rhein-Main macht die Genussregion zu einem beliebten Ausflugsziel.

Den Fränkischen Rotwein Wanderweg erreichst Du über die A3 Frankfurt – Würzburg. Von Norden kommend nimmst Du die Ausfahrt Stockstadt, von Süden her die Abfahrt Wertheim. Die Zielorte sind Großwallstadt oder Bürgstadt bzw. für die jeweiligen Gemeinden der Etappen.  Wenn Du mit der Bahn anreist, fährst Du am besten über Aschaffenburg und von dort mit dem Bus weiter nach Großwallstadt.

Hier findest Du Tipps für weitere Wanderungen und Wanderstrecken.

Transparenz-Hinweis / Offenlegung
Zu dieser Pressereise wurde ich von Churfranken e.V. eingeladen. Vielen Dank für die Möglichkeit, diese schöne Region kennenzulernen und die tolle Organisation!
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