Roadtrip Normandie: Kreidefelsen, Küstenpfade & Leuchttürme

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Kein Wunder, dass es die Impressionisten immer wieder in die Normandie zog: Die Kreidefelsen der Côte d’Albâtre sind wirklich malerisch. Mein Roadtrip durch Frankreichs Norden führt mich aber auch zum beeindruckenden Klosterberg Mont-Saint-Michel, dessen charakteristische Silhouette schon von weitem erkennbar ist. Die raue Küste der Halbinsel Cotentin erobert mein Herz im Sturm. So abwechslungsreich die Landschaften auch sind, was mich auf meiner Rundreise mit dem Auto durch die Normandie begleitet, sind die lila Farbtupfer der Grasnelken, die überall an der normannischen Küste zu finden sind.

Routenplanung für meinen 5-tägigen Roadtrip durch die Normandie

Es ist Anfang Mai und dank des Feiertages an Christi Himmelfahrt nutze ich das verlängerte Wochenende mit Brückentag für eine kleine Auszeit in Frankreich. Mein Plan: Ich will ans Meer, mir den Kopf frei pusten lassen vom Wind. Mich zieht es in die Natur, ich möchte ein bisschen wandern und möglichst viel von der Küste sehen. Dabei meide ich größere Städte wie Rouen oder Caen und peile eher Kleinstädte oder urige Dörfer an. Fünf Tage habe ich Zeit, um auf meiner Rundreise mit dem Auto die Normandie zu erkunden. Wer hätte gedacht, dass ich mich dabei Hals über Kopf in diese schöne Ecke Frankreichs verlieben würde…

Roadtrip Normandie: Route für 5 Tage

Roadtrip Normandie: Route für 5 Tage

Von der Côte d’Albâtre bis zu den Landungsstränden

Meine Route führt mich zuerst an der Alabasterküste entlang. Ausgangspunkt ist Fécamp, von dort geht es weiter ins hübsche Fischerdörfchen Yport und nach Étretat mit seinen berühmten Kreidefelsen. Nächstes Etappenziel meines Normandie-Roadtrips ist der berühmte Klosterberg Mont-Saint-Michel, wo ich auf der Route de la Baie die Küste entlang fahre. Immer im Blick den Mont Saint Michel. Von Granville aus mache ich eine Bootstour zu den zauberhaften Iles Chausey – bei Ebbe liegen hier 365 Inseln und Felsen im Ärmelkanal, bei Flut sind dank des enormen Tiedenhubs von 14 Metern nur noch 52 davon zu sehen. Nachgezählt habe ich ehrlich gesagt aber nicht…

Nächstes Highlight ist die raue Halbinsel Cotentin: Nach einem Abstecher nach Pointe d’Agon folge ich mit dem Auto der Route des Caps von Barneville-Carteret über das Cap de La Hague bis nach Cherbourg – immer wieder mache ich Halt, um kurze Wanderungen auf dem Zöllnerpfad zu unternehmen und Leuchtturm für Leuchtturm einen Besuch abzustatten. Jetzt im Mai blühen überall an der Atlantikküste die Grasnelken – lila Farbtupfer, die sich mancherorts zu ganzen Blütenteppichen zusammenfinden oder die sich an schwindelerregenden Klippen in den Fels krallen. Mein nächstes Ziel ist Barfleur, das als eines der schönsten Dörfer Frankreichs gilt. Am letzten Tag meiner kleinen Rundreise durch die Normandie besuche ich die Austern-Hochburg Saint-Vaast-la-Hogue und die Landungsstrände.

   Lesetipp: Malerische Landschaften am Ärmelkanal – 14 Reiseblogger-Tipps für die Normandie

Roadtrip Normandie: Kreidefelsen bei Étretat

Roadtrip Normandie: Kreidefelsen bei Étretat

Iles Chausey im Ärmelkanal

Ausflug zu den Iles Chausey im Ärmelkanal

Normandie: Grasnelken am Cap de Carteret

Normandie: Grasnelken am Cap de Carteret

15 Tipps für eine Rundreise durch die Normandie

Nur fünf Tage dauert mein Kurzurlaub im Norden Frankreichs – aber er ist bis zum Rand gefüllt mit jeder Menge Erlebnissen und Glücksgefühlen! Während meiner kleinen Rundreise gibt es immer wieder Momente, in denen mich kneifen muss, einfach weil es so unbeschreiblich schön ist.

Hier sind meine 15 Highlights, Tipps und Sehenswürdigkeiten in der Normandie:

Tag 1 meines Normandie Roadtrips: Entlang der Alabasterküste

Die Côte d’Albâtre ist bekannt für ihre spektakulären Kreidefelsen. Zwischen Le Tréport im Osten bis Le Havre im Westen erstreckt sich im Département Seine-Maritime auf über 100 km Länge die Alabasterküste. Charakteristisch für diesen Küstenabschnitt sind entzückende ehemalige Fischerdörfer, aber vor allem die steilen, weißen Felswände, die bis zu 100 Meter über dem Meer aufragen. Die Erosion hat teilweise bizarre Bögen erschaffen.

Die Kombination aus außergewöhnlichen Landschaften und diesem ganz besonderen Licht, das hier an der Küste herrscht, lockte Impressionisten wie Monet, Manet oder Degas an und die Kreidefelsen standen geduldig Modell. Daher gilt die Normandie als Wiege des Impressionismus. Auch heute noch kann man auf den Spuren der berühmten Maler wandeln. Beispielsweise auf den 12 Impressionistischen Routen, die zu den Impressionisten-Hot-Spots in der Normandie führen. Eine davon befindet sich zwischen Fécamp und Étretat.

Kreidefelsen der Cote d'Albatre (Alabasterküste)

Kreidefelsen an der Côte d’Albâtre bei Étretat

Normandie-Tipp #01: Wanderung am Cap Fagnet

Nach einer kurzen Nacht kann ich es kaum erwarten, auf Erkundungstour zu gehen. Mein erstes Ziel an diesem Tag ist das Cap Fagnet oberhalb des Hafens von Fécamp, das mit 110 m Höhe der höchste Punkt der Côte d’Albâtre ist. Man kann von Fécamp hinauf wandern, doch ich habe an diesem Tag noch einiges vor. Daher schone ich meine Kräfte und fahre mit dem Auto hinauf. Oben gibt es einen Parkplatz, direkt gegenüber der Kapelle Notre-Dame du Salut. Vom Parkplatz erreiche ich schnell den ersten Aussichtspunkt, von dem ich hinabschaue auf den Hafen Fécamps. Ich überquere die Straße und laufe zur Kapelle – ich hätte gerne einen Blick hinein geworfen, doch die Tür ist verschlossen. Einst kamen die Seeleute und ihre Angehörigen den Pfad von Fécamp herauf gestiegen, um vor der Überfahrt nach Neufundland für eine erfolgreiche und sichere Reise zu beten.

Hinter der Kapelle Notre-Dame de Salut finden sich Überbleibsel aus dunklen Zeiten: Die bedrohlich wirkenden Bunker und Verteidigungsanlagen waren von der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs als Teil des Atlantikwalls errichtet worden. Doch dazwischen eröffnen sich immer wieder Ausblicke auf die Kreidefelsen, die steil zum Ärmelkanal herab stürzen.

Ich folge dem Küstenpfad weiter, über mir surren die Schwingen der Windräder. Der Himmel hat sich zugezogen, graue Wolken hüllen die Klippen immer mehr ein. Als die ersten Tropfen fallen, beschließe ich hinunter nach Fécamp zu fahren, um mir im Palais Bénédictine einige hochprozentige Tröpfchen als Souvenir zu kaufen.

Blick vom Cap Fagnet auf Fécamp

Blick vom Cap Fagnet auf Fécamp

Normandie: Cap Fagnet an der Alabasterküste

Cap Fagnet an der Alabasterküste

Normandie-Tipp #02: Fécamp

Fécamp liegt auf halber Strecke zwischen Dieppe und Le Havre. Einst fuhren die Fischer des Hafenstädtchens bis nach Neufundland, um Kabeljau zu fangen. Mit Erfolg, denn Fécamp entwickelte sich zum wichtigsten Kabeljauhafen Frankreichs. Von dieser Zeit zeugen heute noch die Fischerhäuser am Hafen und das Musée des Terre-Neuvas et de la Pêche (auch bekannt als Fischereimuseum oder Neufundlandmuseum). Heute hat der große Yachthafen, der viele Touristen anzieht, der Fischerei den Rang abgelaufen.

Hafen von Fécamp in der Normandie

Im Hafen von Fécamp

Ich schlendere am Yachthafen vorbei und die Strandpromenade entlang. Natürlich haben die impressionistischen Maler – allen voran Monet – auch in Fécamp Station gemacht. Hinweisschilder zeigen die Gemälde vor der Originalkulisse. Der Nieselregen will nicht aufhören und vom Ärmelkanal her weht ein kalter Wind. Zeit, mich etwas aufzuwärmen!

Strandpromenade von Fécamp

Strandpromenade von Fécamp

Strand von Fécamp

Blick auf den Ärmelkanal am Strand von Fécamp

Der historistische Palais Bénédictine aus dem 19. Jahrhundert ist heute ein Kunstmuseum mit mittelalterlicher sakraler Kunst. Hier befindet sich auch die historische Brennerei des Kräuterlikörs DOM Bénédictine, die man auch besichtigen kann. Der Benediktiner-Likör ist das bekannteste Produkt des 20.000 Einwohner Städtchens.  Leider ist gerade Mittagspause, als ich vor Ort bin – aber immerhin hat der Shop geöffnet und meine Normandie-Souvenirs sind gesichert!

Fécamp: Palais Bénédictine

Ein Palast für einen Kräuterlikör: Palais Bénédictine in Fécamp

Fécamps berühmter Kräuterlikör

Fécamps berühmter Kräuterlikör

Normandie-Tipp #03: Zauberhaftes Fischerörtchen Yport

Nachdem Fécamp sich hinter grauen Wolken versteckt hatte, kommt in Yport zum Glück endlich die Sonne zum Vorschein. Ich parke mein Auto in der Nähe der Kirche und schlendere Richtung Meer. Die steilen Kreidefelsen der Alabasterküste umschließen Yport auf beiden Seiten. Bei Ebbe gelangt man auf die Muschelbänke unterhalb der Falaises. Auf dem Kiesstrand liegen bunte Boote und geben ein schönes Fotomotiv ab. Genauso wie die kleinen Badehäuschen, die in Reih und Glied stehen und hinaus auf den Ärmelkanal blicken. Motive haben auch schon die Impressionisten in Yport gefunden und in ihren Gemälden festgehalten.

Kreidefelsen der Côte d'Albâtre in Yport

Kreidefelsen der Côte d’Albâtre in Yport

Fischerboote in Yport

Bunte Fischerboote am Strand von Yport

Strandhäuschen in Yport

In Reih‘ und Glied: Strandhäuschen in Yport

Nach einem Spaziergang am Strand von Yport entscheide ich mich für das Restaurant Le Petit Saint-Pierre. Die windgeschützte Terrasse bietet einen tollen Meerblick und die Moules à la Normande finde ich sehr lecker. Natürlich gibt es dazu einen Cidre – typisch Normandie. So wird aus der geplanten kurzen Pause ein ausgedehnter Besuch und ich hätte es sogar noch länger aushalten können. Doch da ich an diesem Nachmittag noch Étretat erkunden will, reiße ich mich schweren Herzens von meinem Platz an der Sonne los…

Moules à la Normande in Yport

Mittagspause in Yport mit leckeren Moules à la Normande

Normandie-Tipp #04: Étretat und seine berühmten Kreidefelsen

Nächster Halt und ein absolutes Highlight meines Roadtrips: die fantastischen Kreideklippen von Étretat. Ich parke etwas außerhalb und lasse mich mit den vielen anderen Besuchern durch die Gassen in Richtung Meer treiben. An der Strandpromenade herrscht Trubel: Ein Karussell und Eisverkäufer sind Anziehungspunkte für Familien mit Kindern. Sonnenhungrige flanieren die Promenade entlang oder haben sich bei dem schönen Wetter ein Plätzchen am Kiesstrand gesucht, um dem Meeresrauschen und dem Klackern der Kieselsteine zu lauschen. Hauptattraktion von Étretat sind die Falaises, die Kreidefelsen, welche dem Ort auf beiden Seiten einen malerischen Rahmen geben. Die Erosion hat hier ganze Arbeit geleistet und einzigartige Formen erschaffen.

Ein Strom von Menschen hat sich auf den Weg gemacht, um die berühmten Klippen zu erkunden: Entlang der Steilküste der Falaises d’Étretat verläuft der Zöllnerweg und belohnt Spaziergänger und Wanderer immer wieder mit spektakulären Ausblicken.

   Lesetipp: Malerische Landschaften am Ärmelkanal – 14 Reiseblogger-Tipps für die Normandie

Normandie: Strand von Étretat

Beliebtes Ausflugsziel: Der Strand von Étretat

Traumhafte Ausblicke: Falaise d’Aval, Aiguille und Manneporte

Auch wenn Étretat sehr touristisch und überlaufen ist, ich genieße jeden einzelnen Moment. Eine kleine Wanderung führt mich zu den Klippen im Westen des Ortes. Der Weg steigt recht steil an, schnell bin ich außer Atem und die sommerlichen Temperaturen tun ihr Übriges. In den nötigen Verschnaufpausen sauge ich das Panorama in mich auf. Je weiter ich komme, desto ruhiger wird es allmählich. Ich suche mir ein ungestörtes Fleckchen, setze mich ins Gras und genieße die Aussicht über die Klippen und das grün-blau schimmernde Meer.

Unter mir befindet sich der natürlich Brückenbogen Porte d’Aval, die aussieht als ob ein Elefant seinen Rüssel ins Meer tauchen würde, und die 55 Meter hohe Felsnadel Aiguille d’Aval. Mein Blick wandert hinüber auf die andere Seite der Bucht mit der Porte d’Amont, die ich später noch ansteuern werde. Auf dem Küstenweg wandere ich vorbei am Strand Plage de Jambourg in Richtung La Manneporte, einem weiteren charakteristischen Felsbogen der Côte d’Albatre.

Roadtrip Normandie: Kreidefelsen von Étretat, La Manneporte

Absolutes Highlight eines Normandie-Roadtrips: Die Kreidefelsen von Étretat. Blick auf La Manneporte.

Normandie: Kreidefelsen von Étretat

Vom Winde verweht an den Kreidefelsen von Étretat

Klippen von Etretat in der Normandie

Klippen von Étretat in der Normandie

Côte d'Albâtre: Falaises von Étretat

Côte d’Albâtre: Falaises von Étretat

Zum Sonnenuntergang an die Falaise d’Amont

Am späten Nachmittag ist mein Ziel die Ostseite der Kreidefelsen von Étretat, die 74 Meter hohe Steilküste Falaise d’Amont. Auf deren Plateau überblickt die Kapelle Nôtre-Dame-de-la-Garde die Alabasterküste. Sie ist der Schutzpatronin der Seeleute gewidmet. Ebenfalls hier oben ist das Monument Nungesser et Coli zu finden, das an die beiden Piloten erinnert, deren Flugzeug „L’Oiseau blanc“ 1927 beim Versuch einer Atlantiküberquerung zum letzten Mal über Étretat gesichtet wurde. Leider reicht mir bei diesem Aufenthalt die Zeit nicht, um noch einen Abstecher zu den Jardins d’Étretat zu machen. Landschaftskunst und Ausblicke auf die Steilküste machen die Gärten zu einem magischen Ort, daher kommen sie auf meine Wunschliste für den nächsten Normandie-Urlaub.

Étretat: Kapelle Nôtre-Dame-de-la-Garde

Küstenweg in Étretat bei der Kapelle Nôtre-Dame-de-la-Garde

Ich wandere ein Stückchen auf dem Küstenpfad Sentier Littoral und genieße die Aussicht, bevor ich zur Kapelle zurückkehre. Eigentlich hatte ich vor, mir von diesem Plätzchen aus den Sonnenuntergang anzuschauen, doch leider schieben sich die Wolken vor den Horizont und die Sonne verschwindet unspektakulär im Dunst über dem Ärmelkanal.

Übrigens: Da die Natur der Falaise d’Amont geschützt werden soll, wurde ein Renaturierungsprojekt ins Leben gerufen und der Parkplatz an der Kapelle im Frühjahr 2019 geschlossen. Von der Promenade führt ein steiler Weg nach oben auf die Klippen. Alternativ kommt man auch mit dem Touristenbähnchen nach oben.

Falaise d'Amont in Étretat

Falaise d’Amont in Étretat – der kleinste der drei Felsenbögen

Tag 2 meines Normandie Roadtrips: Rund um den Mont-Saint-Michel

Ich starte früh am Morgen von meinem Hotel in Fécamp, denn ich habe eine größere Strecke zurückzulegen: Es geht mit dem Auto quer durch die Normandie in Richtung Mont-Saint-Michel. Doch es ist Feiertag und da ich die Hauptbesuchszeit vermeiden will, mache ich zuerst eine kleine Wanderung auf dem Zöllnerpfad bei der Caban Vauban nahe Carolles. Und erspähe den Klosterberg aus der Ferne.

Normandie-Tipp #05: Wanderung Caban Vauban bei Carolles

Der schönste Kilometer Frankreichs – liegt er genau hier? Ich weiß es nicht, doch es heißt der französische Politiker Édouard Herriot habe dies über den Küstenabschnitt bei Carolles gesagt. Jedenfalls ist die Landschaft spektakulär: Auf dem Küstenpfad Sentier Littoral wandere ich von der Caban Vauban die Küste entlang in Richtung Saint-Jean-le-Thomas und auf kleineren Umwegen wieder retour. Was für eine Aussicht!

Es ist Feiertag und halb Frankreich scheint auf den Beinen zu sein. Doch schon nach kurzer Zeit wird der Pfad immer schmaler, nur noch vereinzelt begegne ich anderen Wanderern. Dabei ist auch die ein oder andere Kraxeleinlage über Felsen notwendig. Aber der Blick über die Bucht hinüber bis zum berühmten Klosterberg Mont-Saint-Michel, der fast scheint wie eine Fata Morgana, entschädigt für die Anstrengungen!

Küstenwanderung Caban Vauban in Carolles

Küstenwanderung bei der Caban Vauban in Carolles

Normandie: Caban Vauban in Carolles

Beliebtes Ausflugsziel: Caban Vauban in Carolles

Normandie: Caban Vauban in Carolles

Vielleicht Frankreichs schönster Kilometer? Caban Vauban in Carolles

Normandie: Küstenwanderung auf dem Sentier Littoral mit Blick auf den Mont Saint Michel

Küstenwanderung auf dem Sentier Littoral mit Blick auf den Mont-Saint-Michel

Normandie-Tipp #06: Route de la Baie

Von Carolles folge ich der Route de la Baie zum Mont-Saint-Michel. Hier gibt es immer wieder Aussichtspunkte, die einen kurzen Stop lohnen und den Blick auf die Bucht und den Klosterberg frei geben. Die Route de la Baie reicht von Granville bis nach Cancale in der Bretagne, sie soll eine der schönsten Straßen Frankreichs sein.

Normandie-Tipp: Route de la Baie und Mont Saint Michel

Normandie-Tipp: Route de la Baie und Mont-Saint-Michel

Normandie-Tipp: Aussichtspunkt an der Route de la Baie

Aussichtspunkt an der Route de la Baie

Normandie-Tipp #07: Die berühmte Klosterinsel Mont-Saint-Michel

Der sagenhafte Klosterberg Mont-Saint-Michel ist Frankreichs meist besuchte Sehenswürdigkeit. Seit 1979 gehört der majestätische Berg und die Bucht mit dem gewaltigen Tidenhub zum UNESCO Weltkulturerbe. Sage und schreibe 14 Meter beträgt der Unterschied zwischen Ebbe und Flut – damit handelt es sich um die stärksten Gezeiten Europas. Kein Wunder, dass der Mont-Saint-Michel auch „La Merveille“, das Wunder, genannt wird.

Es ist später Nachmittag als ich parke. Vom Parkplatz würde auch ein Shuttlebus zum Mont-Saint-Michel fahren, doch ich gehe zu Fuß und genieße unterwegs das Panorama auf die langsam näher kommenden Klosterinsel. Heute am Feiertag war die Insel sicher ein gefragtes Ausflugsziel, doch jetzt scheinen sich viele der Besucher bereits auf den Heimweg zu machen. Das hat den Vorteil, dass ich mich ganz in Ruhe durch die Gassen des Mont-Saint-Michel treiben lassen kann. Doch leider wird durch meine späte Ankunft die Zeit zu knapp, um das Kloster zu besichtigen. Ein weiterer Grund, um nochmal wieder zu kommen…

Ausführliche Infos über den Mont-Saint-Michel findest Du auf Ilonas Reiseblog Wandernd.de:
„Mont St. Michel und Monte Sant‘ Angelo: Der Kult des Erzengels Michael“

   Lesetipp: Malerische Landschaften am Ärmelkanal – 14 Reiseblogger-Tipps für die Normandie

Normandie: Ausflug zu Klosterberg Mont Saint Michel

Ausflug zu Klosterberg Mont Saint Michel

Normandie-Tipp: Mont Saint Michel

Am späten Nachmittag wird es ruhiger auf dem Mont Saint Michel

Mont Saint Michel in der Normandie

Fachwerkhäuser, geheimnisvolle Gassen und über allem thront das Kloster

UNESCO-Weltkulturerbe Mont Saint Michel

UNESCO-Weltkulturerbe Mont Saint Michel

Ein perfekter Moment an der Route de la Baie

Gegen Abend, als meine Füße immer schwerer werden, kehre ich zurück zum Parkplatz und fahre mit dem Auto entlang der Bucht auf der Route de la Baie zurück nach Granville, wo ich übernachte. Dabei erwische ich genau den richtigen Zeitpunkt: Die Sonne geht unter und die Silhouette des Mont Saint Michel zeichnet sich am orangefarbenen Himmel ab. Minutenlang genieße ich das Schauspiel von einem kleinen Parkplatz aus. Der perfekte Abschluss für einen erlebnisreichen Tag in der Normandie!

Sonnenuntergang am Mont Saint Michel in der Normandie

Sonnenuntergang am Mont Saint Michel

Tag 3 meines Normandie Roadtrips: Granville und die Îles Chausey

Am Vormittag bummele ich bei strahlendem Sonnenschein durchs malerische Granville. Nachmittags nehme ich das Boot zur Inselgruppe Îles Chausey mitten im Ärmelkanal, die sich leider wolkenverhangen zeigen, deswegen aber nicht minder zauberhaft sind.

Normandie-Tipp #08: Granville

Granville liegt auf einem Felskap im Südwesten der Cotentin-Halbinsel. Einst war Granville nicht nur Fischerdorf, sondern auch Seeräuberhochburg. Heute ist das malerische Hafenstädtchen im Département La Manche bekannt als Badeort sowie für sein Thalassozentrum und das Kasino. Letzterem verdankt Granville den Spitznamen „Monaco des Nordens“.

Alte Festungsmauern umschließen die Oberstadt, Haute Ville, die sich ihren mittelalterlichen Charme bewahrt hat. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick auf die moderne Unterstadt, Basse Ville, und die Häfen der Stadt. Ich begebe mich auf Erkundungstour durch die Gassen, genieße die Aussicht und wandere auf dem Küstenweg zum Pointe du Roc.

Ebbe im Hafen von Granville

Ebbe im Hafen von Granville

Normandie-Tipp: Pointe du Roc in Granville

Wanderung auf dem Sentier Littoral am Pointe du Roc in Granville

Normandie-Tipp: Granville, La Manche

Auf Entdeckungstour in Granville

Strand und Felsenschwimmbad von Granville bei Ebbe

Strand und Felsenschwimmbad von Granville bei Ebbe

Normandie-Tipp #09: Îles Chausey im Ärmelkanal

Während der Vormittag in Granville noch sonnig war, ziehen sich pünktlich zur Abfahrt zu den Îles Chausey graue Wolken über dem Ärmelkanal zusammen. So habe ich das nicht bei Petrus bestellt – aber ich mache das beste daraus! Im Hafen von Granville steige ich auf die Fähre von „Jolie-France“, die Überfahrt dauert knapp eine Stunde.

Nach und nach tauchen immer mehr Inselchen auf. Manche sind nicht viel mehr als ein Felsbrocken. Insgesamt sollen es 365 Inseln sein, die zum Chausey-Archipel gehören. Zu sehen sind viele davon allerdings nur bei Ebbe, bei Flut sind gerade mal noch 52 davon sichtbar. Theoretisch wäre das für jeden Tag des Jahres eine Insel – oder eben für jede Woche des Jahres.

Normandie-Tipp: Iles Chausey im Ärmelkanal

Tagesausflug zu den Îles Chausey im Ärmelkanal

Normandie-Tipp: Iles Chausey im Ärmelkanal

Insel-Idyll: Îles Chausey und die Grande Île

Insel-Sehenswürdigkeiten auf der Grand Île

Das Ausflugsboot legt an der Grand Île an, der einzig bewohnten Insel. Hier erwarten die Besucher wunderschöne Sandstrände, die alte Festung, das Schloss Renault, die Kappele und ein Fischerdorf. Auch ein Hotel, ein Restaurant und ein kleiner Laden gehören zur Insel. Über allem wacht der Leuchtturm mit seinem grünen Dach. Auf schmalen Pfaden umrunde ich die Insel und genieße die Natur des Insel-Archipels. Der Ginster blüht und verströmt seinen zarten Duft, der mich an Kokos erinnert. Auch die Grasnelken, die mich auf meinem Roadtrip durch die Normandie zu begleiten scheinen, gedeihen auf den Felsen. Überhaupt grünt und blüht alles auf den Îles Chausey!

Strandspaziergang Iles Chausey

Strandspaziergang Îles Chausey

Strandspaziergang Iles Chausey

Am Strand der Îles Chausey: Zu kalt zum Baden, aber immerhin den großen Zeh in den Ärmelkanal gehalten

Iles Chausey: Wanderung zum Leuchtturm

Îles Chausey: Wanderung zum Leuchtturm

Am späten Nachmittag heißt es Abschied nehmen von der Inselgruppe im Ärmelkanal. Den ganzen Tag über haben sich die grauen Wolken hartnäckig gehalten und auch den ein oder anderen Regentropfen fallen lassen. Erst auf der Rückfahrt nach Granville brechen einige Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke und lassen das Meer rund um die Îles Chausey golden glitzern. Für einen kurzen Moment sehe ich weit entfernt einen Delfin mehrmals aus den Wellen springen. Vielleicht freut er sich genauso wie ich über die abendlichen Sonnenstrahlen…

Sonnenstrahlen brechen durch die Wolken: Iles Chausey / Normandie

Sonnenstrahlen brechen durch die Wolken

Tag 4 meines Normandie Roadtrips: Unterwegs auf der Route des Caps durch den Cotentin

Von Granville aus fahre ich mit dem Auto Richtung Norden, wo ich zuerst eine kurze Wanderung am Leuchtturm am Pointe d’Agon mache und dann der Route des Caps bis zum Cap de la Hague folge. Mein Tagesziel ist das Fischerdorf Barfleur, wo ich in einer zauberhaften Ferienwohnung direkt am Hafen übernachte.

Normandie-Tipp #10: Kleine Dünenwanderung an der Pointe d’Agon

Mein erster Stop des Tages ist das Naturschutzgebiet Pointe d’Agon südlich von Agon-Coutainville. La Pointe d’Agon ist ein lohnenswertes Ausflugsziel für Wanderer und Naturliebhaber. Die Landzunge zwischen Meer, Dünen und Salzwiesen ist die Heimat einer außergewöhnlichen Flora und Fauna.

Der Leuchtturm am Pointe d’Agon ist ein roter Farbtupfer in der Landschaft. Besonders an diesem Tag, denn graue Wolken ziehen vom Meer herein. Bei meiner Wanderung durch die Dünen zum Strand leuchtet mir das Rot des Leuchtturms immer freundlich entgegen. So wie mir der Leuchtturm zwischen den hohen Gräsern in den Dünen als Orientierungspunkt dient, wies er schon den Schiffen, die den Naturhafen von Regnéville-sur-Mer anliefen, den Weg. Ich wandere durch die Dünen und am Strand entlang mit Blick auf die Austerbänke. Es ist Ebbe und trotz des trüben Wetters sind einige Spaziergänger am breiten Strand unterwegs.

Ein kleines Stück vom Leuchtturm entfernt, entdecke ich einen Steinkreis. Jedoch stammt er nicht aus prähistorischen Zeiten, sondern wurde 1976 als Denkmal für den normannischen Schriftsteller Fernand Lechanteur errichtet. Das ungewöhnliche Lechanteur-Denkmal besteht aus 32 Megalithen oder Hinkelsteinen aus Granit, die an die in der Bretagne verbreiteten Menhire erinnern, und mit einer Art Runen-Inschrift versehen sind.

Normandie-Tipp: Pointe d'Agon

Pointe d’Agon und der Naturhafen von Regnéville

Leuchtturm Pointe d'Agon in der Normandie

Leuchtturm Pointe d’Agon in der Normandie

Leuchtturm Pointe d'Agon in der Normandie

Rot leuchtet mir das Dach des Leuchtturms entgegen

Steinkreis am Pointe d'Agon

Steinkreis am Pointe d’Agon

Strandspaziergang vor Austerbänken am Pointe d'Agon

Strandspaziergang vor Austerbänken

Normandie-Tipp #11: Leuchttürme und Küstenpfade entlang der Route des Caps

Ein Roadtrip auf der Route des Caps, die von Barneville-Carteret bis nach Cherbourg reicht, führt die Küste entlang und ist bestens geeignet, um die faszinierende, wilde Natur des Cotentin zu entdecken: Raue Klippen, idyllische Buchten, pittoreske Häfen und Leuchttürme. Im Frühling bilden der gelb leuchtende Ginster und das zarte Lila der Grasnelken farbige Inseln in der sonst eher kargen Heidelandschaft. Die gut ausgeschilderte Strecke führt meist über kleine, kurvige Straßen, am Wegesrand triffst Du häufig auf die für die Normandie typischen Bocage-Hecken. Entlang der Route des Caps gibt es fast hinter jeder Kurve Neues zu entdecken. Schon eine Tagestour gibt Dir einen ersten Eindruck, aber genauso kann man hier einen ganzen Urlaub verbringen, ohne dass es langweilig wird.

   Lesetipp: Malerische Landschaften am Ärmelkanal – 14 Reiseblogger-Tipps für die Normandie

Cap de Carteret: Klippen, Sandstrände und endlose Dünenlandschaften

Der hübsche Ferienort Barneville-Carteret ist Startpunkt der Route des Caps. Und gleich zu Beginn ein erster, kleiner Höhepunkt – im wahrsten Sinne des Wortes! Das Cap de Carteret ist ein ca. 40 m hoher Felsvorsprung, gegen den die Wellen tosen, gekrönt von einem weithin sichtbaren Leuchtturm. Bei klarem Wetter sieht man von hier oben aus sogar die Insel Jersey draußen im Ärmelkanal. Das Felsplateau ist ein Naturschutzgebiet, daher sollte man den markierten Küstenpfad, der sich um das Kap schlängelt, nicht verlassen. Das Cap de Carteret wird auf beiden Seiten von breiten, feinsandigen Stränden eingerahmt, die schier endlos erscheinen. Die Strandspaziergänger sehen winzig klein aus, fast wie Spielzeugfiguren. Rechter Hand, direkt nach der alten Ruine der Kirche Saint-Germain, liegen die Dünen von Hatainville, eine faszinierende Dünenlandschaft.

Cap de Carteret in der Normandie

Blick vom Cap de Carteret auf die Dünen von Hatainville und die alte Kirche

Normandie-Tipp: Cap de Carteret

Wanderung am Cap de Carteret

Normandie-Tipp: Cap de Carteret

Wunderschöne Ausblicke am Cap de Carteret

Nez de Jobourg: Wandern und Picknicken an den höchsten Klippen der Normandie

Weiter geht es zur nächsten Station meines Roadtrips: Die Nez de Jobourg, die mit 128 Metern Höhe zu den höchsten Felsen auf dem europäischen Festland gehören, solltest Du bei Deiner Fahrt auf der Route des Caps in Richtung La Hague nicht verpassen. Die Nez de Jobourg mit ihren steilen Klippen ist ein beliebter Aussichtspunkt – auch wenn bei dem bewölkten Himmel während meines Besuchs markante Punkte in der Ferne wie die Kanalinseln, das Cap de Flamanville oder der Leuchtturm von Goury im Dunst verborgen bleiben. Auf dem Küstenpfad Sentier Littoral wandere ich oberhalb der Steilküste in Richtung Baie d’Ecalgraine und genieße mit jedem Schritt die Aussicht.

Als ich nach meiner kurzen Wanderung zum Parkplatz bei der Nez de Jobourg zurückkehre, ist es Zeit für eine kleine Stärkung. Am Morgen habe ich mich unterwegs mit normannischen Leckereien eingedeckt und breite nun mein Picknick auf einer Mauer aus: Frisches Baguette und zartschmelzender Camembert mit diesem wunderschönen Blick auf die Steilklippen der Nez de Jobourg, da schmeckt es gleich nochmal so gut!

Normandie-Tipp: Nez de Jobourg, Cotentin

Nächster Halt: Nez de Jobourg auf der Cotentin-Halbinsel

Wanderung von der Nez de Jobourg zur Baie d'Ecalgraine

Wanderung von der Nez de Jobourg zur Baie d’Ecalgraine

Picknick an der Nez de Jobourg

Picknick an der Nez de Jobourg

Port Racine: Der kleinste Hafen Frankreichs

Port Racine ist der kleinste Hafen Frankreichs, die kleinen bunten Boote wirken wie aus einer Playmobil Landschaft entsprungen. Eine traumhafte Kulisse für eine kleine Pause mit Aussicht. Der kleine Hafen wurde nach dem Freibeuter François-Médard Racine benannt. Wenn Du noch einen kleinen Abstecher einlegen willst: Vom Port Racine führt ein Wanderweg zu einem wunderschönen Garten, der zu Ehren des Dichters Jacques Prévert angelegt wurde (Jardins en hommage à Jacques Prévert).

Port Racine: Kleinster Hafen Frankreichs

Port Racine: Kleinster Hafen Frankreichs

Goury / Cap de la Hague: Windumtostes Ende der Welt

Kurz nach Auderville am Cap de la Hague ist die Welt zu Ende – oder zumindest Frankreich. Hier am letzten Zipfel des Cotentin treffen Land und Meer aufeinander, eine raue Landschaft, umtost von den Elementen. Ganz besonders am Leuchtturm von Goury (Phare de Goury oder auch Phare de la Hague), der auf einem der Küste vorgelagerten Felsen Sturm und Wellen trotzt. Rund um das Cap de la Hague weiden Kühe, deren Weiden von den typischen Bocage-Hecken umsäumt werden. Als ich vorbeikomme werde ich stoisch beäugt.

Auch ein Abstecher zum kleinen Hafen Port de Goury lohnt sich. Hier befindet sich eine Seenot-Rettungsstation, in der das Rettungsboot Raz Blanchard besichtigt werden kann, das dank seiner zahlreichen Rettungseinsätze eine gewisse Berühmtheit erlangt hat.

Goury / Cap de la Hague, Normandie

Auf Küstenpfaden zum Cap de la Hague und dem Leuchtturm von Goury

Kühe am Cap de la Hague in der Normandie

Kühe am Cap de la Hague

Cap Lévi: Ein Leuchtturm und eine Festung

Eigentlich gehört das Cap Lévi (auch Cap Levy), das bereits hinter Cherbourg liegt, schon nicht mehr zur Route des Caps. Doch einen Besuch ist die Landspitze im Val de Saire allemal wert. Auf dem Weg zu meinem Tagesziel Barfleur mache ich hier am späten Nachmittag einen letzten Stopp. Vom wuchtigen Leuchtturm führt ein schmaler Pfad die Küste entlang zur Festung am Cap Lévi, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts zur Verteidigung des Hafens von Cherbourg erbaut wurde. Heute beherbergt das alte Gemäuer das schicke Hotel „Fort du Cap Lévi“. Zum Sonnenuntergang schaffen es ein paar Strahlen, die Wolkendecke zu durchbrechen.

Wanderweg Sentier Littoral am Cap Levy

Wanderweg Sentier Littoral am Cap Lévi

Festung & Hotel Fort du Cap Lévi

Festung & Hotel Fort du Cap Lévi

Abendstimmung am Cap Levy in der Normandie

Abendstimmung am Cap Levy

Tag 5 meines Normandie Roadtrips: Barfleur und die Landungsstrände

Normandie-Tipp #12: Barfleur

Das schnucklige Barfleur zählt zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Dazu trägt sicher auch der idyllische Hafen bei, in dem bunte Fischerboote vertäut sind und kleine Boote auf den Wellen schaukeln. Es ist schon recht spät, als ich in Barfleur ankomme und von der Vermieterin meiner gemütlichen, maritim gestalteten Ferienwohnung Les Transats* empfangen werde. Also stelle ich nur schnell mein Gepäck ab und spaziere dann noch ein bisschen durch das zauberhafte Städtchen, über dem sich die Wolken rosa färben. Rund um den Hafen finden sich ein paar Restaurants – hier gibt es die berühmten Miesmuscheln aus Barfleur, die „Moules de Barfleur“. Aber auch Hummer, Meeresfrüchte und Fisch kommen fangfrisch auf den Teller.

Nach einer ruhigen Nacht bummele ich am nächsten Morgen erneut durch den Hafen und durch die Gassen mit den Granithäusern. An vielen Mauern rankt der Blauregen in die Höhe, weiße Fensterläden leuchten vor dem grauen Gestein. Es fällt mir schwer, mich von den bunten Fischerbooten und diesem schönen Ort im Val de Saire loszureißen.

Hafen von Barfleur auf der Cotentin-Halbinsel in der Normandie

Der schmucke Hafen von Barfleur in der Normandie

Sonnenuntergang im Hafen von Barfleur

Sonnenuntergang im Hafen von Barfleur

Der Leuchtturm von Gatteville

Erstes Ziel des Tages ist der Leuchtturm Gatteville, unweit von Barfleur. Der Phare de Gatteville ist mit über 74 Metern der zweithöchste Leuchtturm Frankreichs. Leider hat er am frühen Morgen noch geschlossen, doch ich habe mir sagen lassen, dass man beim Aufstieg mitzählen sollte: 365 Stufen und 52 Fenster soll der Leuchtturm haben, für jeden Tag des Jahres eine Stufe und für jede Woche ein Fenster.

Leuchtturm von Gatteville bei Barfleur

Leuchtturm von Gatteville bei Barfleur

Normandie-Tipp #13: Saint-Vaast-la-Hougue

Weiter geht mein Roadtrip nach Saint-Vaast-la-Hougue, einem lebhaften Hafenstädtchen im Val de Saire, das 2019 zum Lieblingsdorf der Franzosen gewählt wurde. Der Fischereihafen ist der drittgrößte der Manche und im Yachthafen liegt Boot an Boot. Saint-Vaast-la-Hougue ist bekannt für seine Austern. Die Austernbänke liegen direkt in der Bucht zwischen Saint-Vaast-la-Hougue und der vorgelagerten Insel Tatihou. Dank dieser besonderen Lage ist die Gegend so gut für die Austernzucht geeignet, denn die Insel bietet einen natürlichen Schutzwall vor den starken Meeresströmungen. Einige Restaurants rund um den Hafen haben die Spezialität auf der Karte, frischer sind Austern wohl kaum zu bekommen! Wenn Du also die „Huîtres de Normandie“ probieren möchtest, wäre hier der richtige Ort dafür.

Hafen von Saint-Vaast-la-Hougue

Hafen von Saint-Vaast-la-Hougue

Saint-Vaast-la-Hougue: Fischerhafen und Yachthafen

Saint-Vaast-la-Hougue: Fischerhafen und Yachthafen

Yachthafen Saint-Vaast-la-Hougue

Yacht an Yacht im Hafen von Saint-Vaast-la-Hougue

Île Tatihou: Mit dem Amphibienfahrzeug hinüber zur Insel

Vor der Küste von Saint-Vaast-la-Hougue liegt die Insel Tatihou, zu der man an Bord eines Amphibienfahrzeugs gelangt, völlig unabhängig von den Gezeiten. Bei Ebbe kann man allerdings sogar zu Fuß durch die Bucht gehen. Die unter Naturschutz stehende Insel ist nicht nur ein Vogelparadies, zu den Sehenswürdigkeiten zählen auch der schön angelegte Garten, das Meeresmuseum, die Kasematten und der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Vauban-Turm. Bei meinem Besuch reicht die Zeit leider nicht für eine Überfahrt auf die Île Tatihou. Doch es gibt ein alternatives Ausflugsziel, das unabhängig von den Gezeiten und den Abfahrtszeiten des Amphibienbootes erreicht werden kann…

Saint-Vaast-la-Hougue: Ile Tatihou

Mit dem Amphibienboot hinüber auf die Ile Tatihou

La Hougue: Imposante Festung am Meer

Die Alternative ist die Festung La Hougue im Süden der Stadt. Auch die Festungsanlage kann einen Vauban-Turm aufweisen, der ebenfalls als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet ist. Ich folge dem kurzen Rundweg, der um die Festung herum führt. Ein ganzes Stück weit ist etwas Balance gefragt, denn es geht über eine schmale Mauer. Doch trotz meiner leichten Höhenangst finde ich den Weg gut zu meistern.

Normandie-Tipp: Festung La Hougue

Kleine Wanderung an der Festung La Hougue

Muscheln am Strand bei der Festung La Hougue

Schön, aber nicht gerade wohlriechend: Muscheln am Strand bei der Festung La Hougue

Normandie-Tipp #14: Die Landungsstrände & Utah Beach

Sword Beach, Juno Beach, Gold Beach, Omaha Beach und Utah Beach heißen die Landungsstrände der Normandie, an denen am 6. Juni 1944 die Alliierten landeten. Die Operation Overload und der D-Day waren der Anfang vom Ende des Zweiten Weltkrieges und Beginn der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus. Heute finden sich überall entlang der Landungsstrände Gedenkstätten, Friedhöfe, Museen und Monumente als Mahnmale dieser wichtigen Schlacht und zum Gedenken an die gefallenen Soldaten.

Utah Beach: Schauplatz des D-Day

Den letzten Stop meiner Normandie-Rundreise mache ich am Utah Beach.  Vorbei an Kriegs-Monumenten und Skulpturen laufe ich durch die Dünen, auf denen das Seegras im Wind schwankt, an den Strand. Bilder von Filmen wie „Der längste Tag“ oder „Der Soldat James Ryan“ schießen mir kurz durch den Kopf, doch sie stehen im krassen Gegensatz zu der Strandszenerie, die ich an diesem Tag am Utah Beach erlebe: Menschen bummeln am Meer entlang, Strandsegler werden vom Wind über den Sand getrieben.

Wer tiefer in die Geschichte eintauchen will, kann das im Utah Beach Museum tun. Das Musée de Débarquement wurde an der Stelle errichtet, an der am D-Day ein deutscher Bunker durch den amerikanischen Angriff zerstört wurde.

   Lesetipp: Malerische Landschaften am Ärmelkanal – 14 Reiseblogger-Tipps für die Normandie

Landungsstrände in der Normandie: Utah Beach

Landungsstrände in der Normandie: Utah Beach

Landungsstrände in der Normandie: Utah Beach

Bunker am Strand von Utah Beach

Normandie-Tipp #15: Süßer Abschied aus der Normandie – Caramels d’Isigny

Fünf Tage Rundreise durch die Normandie – ich habe viel erlebt, durfte traumhafte Landschaften kennenlernen und habe mich in dieses schöne Fleckchen Frankreich verliebt. Umso wehmütiger bin ich, als ich mich wieder auf den Heimweg machen muss. Ein letzter Stop soll mir den Abschied versüßen: In Isigny-sur-Mer mache ich Halt, um mich mit den Caramels d’Isigny in allen möglichen Sorten einzudecken. Natürlich kann ich auch beim Softeis mit Karamell-Geschmack nicht widerstehen. Voll im Trend – und das absolut zu Recht: Caramels beurre salé, Karamell mit gesalzener Butter. Und dank der gehamsterten Vorräte habe nicht nur ich, sondern auch meine lieben Kolleginnen, noch wochenlang den salzig-süßen Geschmack aus der Normandie auf der Zunge und zwischen den Zähnen…

Normandie-Tipp: Caramels d'Isigny

Praktische Infos für Deine Normandie-Rundreise

Anreise in die Normandie

Mein Kurzurlaub in der Normandie beginnt mit der Anfahrt. Vormittags arbeite ich noch – schließlich sind die Urlaubstage immer zu knapp – und starte erst am frühen Nachmittag mit dem Auto in Richtung Frankreich. Schnell bin ich im benachbarten Elsass, das von mir ja nur einen Katzensprung entfernt ist. Die Mautstationen sind einfacher zu handeln als im Vorfeld gedacht, meist zahle ich unkompliziert mit Kreditkarte. Ich vermeide den Großraum Paris und fahre auf der A4 durch Lothringen und die Champagne. Weiter geht es auf der A26 und A29, auf denen ich Reims und Amiens passiere. Es ist spät in der Nacht, als ich endlich Fécamp an der Alabasterküste erreiche und ganz schön müde, aber voller Vorfreude ins Bett falle.

Wenn Du Dir die lange Anfahrt sparen willst, kannst Du beispielsweise nach Caen, Rouen, Le Havre oder ins bretonische Dinard fliegen. Für Deine Flugsuche empfehle ich Dir Skyscanner*. Einen günstigen Mietwagen für Deinen Normandie-Roadtrip * findest Du hier.

Die beste Reisezeit für die Normandie

Das Klima in der Normandie wird vom Golfstrom beeinflusst, der für milde Temperaturen sorgt. Doch das Wetter in der Normandie kann ganz schön wechselhaft sein. Sonne, Wolken, Regen und Wind ziehen schnell über den Ärmelkanal heran. Generell gilt aber: Die Normandie ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert!

Wenn Du einen Badeurlaub machen willst, solltest Du die Küste in den Sommermonaten von Juni bis September besuchen. Dann sind die Temperaturen am höchsten und das Wasser erwärmt sich auf cirka 20 Grad. In der Ferienzeit von Juli bis August wird es voll an den Stränden der Normandie, dann solltest Du unbedingt rechtzeitig eine Unterkunft vorbuchen.

Die Nebensaison genießen

Für einen aktiven Urlaub zum Wandern und Radfahren sind Frühjahr und Herbst die beste Reisezeit für eine Normandie-Reise. Der Frühling hält dank des warmen Golfstroms einige Wochen früher Einzug als in Deutschland und die Natur erwacht zu neuem Leben. Mitte April blühen die Obstbäume, allen voran die Apfelbäume im Pays d’Auge. Im September lassen die Touristenströme allmählich nach und die Nachsaison beginnt – eine wunderschöne Reisezeit! Denn bis in den späten Herbst hinein bleiben die Temperaturen am Tag mild und erreichen rund 20 Grad, während das Meer sogar im Oktober noch 17 Grad warm ist. Ein kurzer Sprung in die Fluten des Ärmelkanals kann also auch im Herbst noch drin sein, wenn man ein bisschen abgehärtet ist. Aber auch mit Herbststürmen ist zu dieser Jahreszeit zu rechnen: Dann türmen sich mächtige Wellen auf und donnern gegen die Kreidefelsen der Alabasterküste oder gegen die Küste des Cotentin.

   Lesetipp: Malerische Landschaften am Ärmelkanal – 14 Reiseblogger-Tipps für die Normandie

Übernachten in der Normandie: Hotel-Tipps

Während meiner Rundreise durch die Normandie habe ich je zwei Nächte in Fécamp und Granville sowie eine Nacht in Barfleur verbracht. Bei dieser Reise achtete ich aufs Budget, da ich sowieso viel unterwegs und nur zum Schlafen im Hotel war. Insbesondere in Fécamp und Granville war mir ein Rund-um-die-Uhr Check-in wichtig, da die Ankunft erst am späten Abend bzw. nachts erfolgte. Deshalb entschied ich mich hier jeweils für ein ibis budget Hotel. Im schönen Barfleur fand ich mit dem Les Transats* eine urgemütliche, maritim gestaltete Wohnung direkt am Hafen.

Hotel-Tipps für Deine Rundreise durch die Normandie*

  ibis budget Fécamp | Alle Hotels in Fécamp
  ibis budget Granville | Alle Hotels in Granville
  Les Transats | Alle Hotels in Barfleur

  Zu allen Hotels in der Normandie]

Mein Check: Pro & Contra

Mein Check: PRO!
WUNDERSCHÖNER ROADTRIP DURCH DIE NORMANDIE
Schroffe Klippen und traumhafte Strände, idyllische Dörfer und Städte, dazu französisches Savoir vivre und kulinarische Verlockungen – die Normandie ist wirklich eine Reise wert. Oder auch mehrere! 
Mein Check: CONTRA!
SUCHTPOTENZIAL
Kann man süchtig werden nach einer Region? Wahrscheinlich schon – zumindest wenn die Landschaft dermaßen atemberaubend ist, wie in der Normandie. Offensichtlich hat mich mein Roadtrip durch die Normandie angefixt, denn inzwischen war ich noch ein zweites Mal dort. Und habe immer noch nicht genug von dieser schönen Region im Norden Frankreichs…
   Lesetipp: Malerische Landschaften am Ärmelkanal – 14 Reiseblogger-Tipps für die Normandie

Transparenz-Hinweis / Offenlegung
Meine Reise in die Normandie habe ich selbst bezahlt. Tourisme Normandie hat mich mit einem Empfehlungsschreiben unterstützt, um mir kostenlosen Eintritt zu Sehenswürdigkeiten vor Ort zu ermöglichen – vielen Dank dafür.

Dieser Artikel enthält Werbe-Links (Affiliate Links)*. Das heißt, bei einem eventuellen Kauf erhalte ich eine kleine Provision. Für Dich ändert sich dadurch natürlich nichts am Kaufpreis. Vielen Dank für Deine Unterstützung!

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